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Analyse latenter Klassen

 
     
   
Analyse latenter Klassen, auf den ersten Blick eigentlich eine klassifizierende multivariate Analysestrategie (ähnlich wie die Clusteranalyse); ein probabilistisches Testmodell (Tests), dessen besondere Bedeutung daraus erwächst, daß sie vor allem zur Erfassung qualitativer latenter Merkmale geeignet erscheint. Diese zeichnen sich dadurch aus, daß sie nicht - wie bei dem Rasch-Testmodell - beliebige stetige, sondern nur einige wenige (so viele, wie latente Klassen postuliert worden sind) diskrete Merkmalsausprägungen annehmen können, die der Klassifikation von nominal definierten Typen entsprechen (z.B. Vorlieben für bestimmte Marken im Konsumgüterbereich, politische Einstellungen, die sich nicht auf einem Links-Rechts-Kontinuum darstellen lassen, einander ausschließende soziale Handlungsstrategien). Latente Klassen sind also dadurch gekennzeichnet, daß die in ihnen zusammengefaßten Personen hinsichtlich spezifischer Antwortmuster (= Merkmalsausprägungen) bei den verwendeten Items konstante Wahrscheinlichkeiten aufweisen. Im Unterschied zum Rasch-Testmodell bekommt man aber bei der latenten Klassenanalyse nicht einen Personenparameter geliefert, der Auskunft darüber gibt, wie stark das zu messende Merkmal bei einer Person ausgeprägt ist, sondern stattdessen Wahrscheinlichskeitswerte, die anzeigen, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Person welcher Klasse (= welchem Typus) angehört. Die Items bei diesem Testmodell müssen nicht notwendigerweise nominal sein, sondern können auch ordinal oder intervallskaliert sein . Ergeben sich dann in den beiden letztgenannten Fällen latente Klassen, die auf einem ihnen gemeinsamen Kontinuum graduell angeordnet sind, liefert dies Hinweise dafür, daß hier nicht ein qualitatives, sondern möglicherweise doch ein quantitatives latentes Merkmal zu Grunde liegt; dies könnte wiederum auf die Angemessenheit eines Rasch-Testmodells hindeuten.

Literatur

Rost, J. (1996). Logistic mixture models. In W. van der Linden & Hambleton (Eds.), Handbook of modern item response theory. Berlin: Springer.
 
     
 
 
 
     
 
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