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Geburt sanfte

 
     
   
auf den französischen Geburtshelfer Frédérick Leboyer zurückgehende Idee, die in besonders einflußreicher Weise die psychischen Bedürfnisse von Mutter und Kind wieder in den Mittelpunkt geburtsmedizinischen Denkens gerückt hat. Sie bezieht sich vor allem auf den Umgang mit dem Neugeborenen, das beim Übergang von der Geborgenheit der warmen, dunklen, schallgedämmten Gebärmutter in die helle, kalte und laute Außenwelt keine psychischen Verletzungen (Geburtstrauma) erleben soll. Gezielte Maßnahmen sind der zurückhaltende Einsatz von Wehen- und Schmerzmitteln, ein Maximum an Bewegungsfreiheit für die Mutter während der Geburt, eine wenig technisierte und hektische Atmosphäre im Kreißsaal, z.B. durch eine wohnraumähnliche Einrichtung, abgedunkeltes Licht und wenig Lärm bzw. laute Geräusche. Nach der Geburt wird das Neugeborene zunächst für mindestens 20 min. auf den nackten Bauch der Mutter gelegt, am Rücken sanft massiert und gestreichelt, um ihm das Gefühl der Geborgenheit und des Umschlossenseins zu geben. Die Abnabelung erfolgt nicht sofort, sondern erst, wenn die Spontanatmung eingesetzt hat und die Nabelschnur nicht mehr pulsiert. Dann wird das Kind vorsichtig in warmem Wasser gebadet und dabei sanft in der Schwebe gehalten, was an die Situation im Fruchtwasser erinnern und dem Kind helfen soll, seine vegetative Ruhe wiederzufinden. Die meisten dieser Prinzipien werden mittlerweile in bundesdeutschen Krankenhäusern berücksichtigt und bei komplikationslosen Geburten auch praktiziert.

Literatur

Leboyer, F. (1981). Geburt ohne Gewalt. München: Kösel.


 
     
 
 
 
     
 
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