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Trotz

 
     
   
Verhalten, bei dem der Widerspruch gegen die von einer anderen Person geäußerten Forderungen mit heftigem Affekt vertreten wird. In älteren Büchern über Entwicklung wird sogar von einer besonderen «Trotzphase» gesprochen, die vom dritten bis fünften Lebensjahr dauern soll und als «Üben des eigenen Willens», «Abhebung von Ich und Nicht-Ich» , Kompensation des Minderwertigkeitsgefühls gedeutet wird. Genauere Untersuchungen zeigen, daß die typischen «Trotzanfälle», mit Aufstampfen, Schreien, Sich-zu-Boden-Werfen, keine allgemeine Erscheinung sind, sondern die kindliche Antwort auf besondere Situationen in der Familie. Oft äußern sich darin die Vereitelung von Handlungsentwürfen des Kindes, die Versagung von Bedürfnissen nach Unabhängigkeit und Selbständigkeit oder starke Konflikte zwischen dem Erlaubten und dem Probierenwollen des Kindes, ja zwischen dem angestrebten Ziel und den beschränkten Möglichkeiten des Kindes (ein der Trotzreaktion vergleichbarer Wutanfall kann auch dann eintreten, wenn das Kind gegenüber einem unbelebten Gegenstand sein Ziel nicht durchsetzen kann). Als Familienproblem tritt das Trotzalter vorwiegend dort auf, wo die Wünsche des Kindes zunächst nicht beachtet werden, während man sich den dramatischen Trotzreaktionen fügt, die auf diese Weise wegen ihres Erfolges bekräftigt werden und dann öfter vorkommen.
 
     
 
 
 
     
 
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