A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

 

 

Unterhaltungswesen

 
     
   
mit einem modischen Fremdwort »Entertainement« genannt, ein Bereich des kul turellen Lebens, der mit Mitteln der Kunst bestritten wird, ohne doch deren Ansprüche zu stellen oder zu erfüllen. Hier geht es vordringlich darum, die Langeweile zu vertreiben, wie sie in einem allzu gleichmäßigen Leben entsteht. Es werden Gefühle erzeugt, die über den Zeitraum der jeweiligen Unterhaltung hinaus kaum Bedeutung behalten. Es wird eine Scheinwelt geschaffen, in der die realen Probleme nicht zählen. Zwar muß eine gewisse Ähnlichkeit mit den wirklichen Lebensverhältnissen vorhanden sein, aber sie sind so verfärbt, daß sie niemanden mehr ernstlich betreffen. Sogar der Gefühlsüberschwang des Kitsches wird meist vermieden. Die Schwierigkeit der Unterhaltungs-Romane, -Filme, -Theaterstücke, der Schlager und der unterhaltenden Fernseh-Sendungen besteht darin, daß sie technisch perfekt, glatt, unwesentlich sein sollen, und doch interessant sein müssen. Das können sie nicht bleiben, wenn sie nicht doch immer wieder etwas Neues, Aufregendes bieten. Damit aber geraten sie in die Gefahr, die Grenze des bloß Unterhaltenden zu sprengen. Es ist eben nicht leicht, Gefühle zu aktivieren, ohne betroffen zu machen, oder unwesentlich zu bleiben, ohne uninteressant zu werden.
 
     
 
 
 
     
 
<< vorhergehender Begriff
nächster Begriff >>
Unterforderung
Unterlassensfehler
 
     
     
 

 

 
     

 

   
  Weitere Begriffe : Pausenregelung | Personalbeurteilung | Vygotsky-Test
PSYCHOLOGY48 | ÜBERBLICK | THEMEN | DAS PROJEKT | SUCHE | RECHTLICHE HINWEISE | IMPRESSUM
Copyright © 2017 All rights reserved. Psychologielexikon