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Aufwertungsprinzip

 
     
   
Aufwertungsprinzip, hilft die Frage beantworten, wie die Kombination von zwei plausiblen Ursachen für einen Effekt die Bedeutung einer Ursache beeinflußt. Hierzu stellt die Attributionstheorie (Attribution) zwei Konfigurationsmodelle bereit. - das Abwertungsprinzip und das Aufwertungsprinzip (Bierhoff, 1998). Nach dem Aufwertungsprinzip wird die Plausibilität einer förderlichen Ursache für einen Effekt aufgewertet, wenn zusätzlich auch eine hemmende Ursache vorliegt. Wenn beispielsweise eine Studentin trotz schwerer Krankheit eine Prüfung in Mathematik sehr gut besteht, ist es naheliegend anzunehmen, daß sie besonders begabt ist bzw. über sehr hohe Fähigkeiten verfügt. Mittels kognitiver Algebra läßt sich dieser Zusammenhang folgendermaßen darstellen, wobei die förderliche Ursache mit Uf, die hemmende Ursache mit Uh und der Effekt mit E gekennzeichnet ist:

Uf = E

Uf’ - Uh = E

In der ersten Gleichung wird der Effekt allein durch die förderliche Ursache hervorgerufen, wenn beispielsweise keine Information über die Krankheit der Studentin gegeben ist. Die zweite Gleichung erklärt denselben Effekt durch eine förderliche Ursache, von der eine hemmende Ursache abgezogen wird. Dabei wird zum Ausdruck gebracht, daß die förderliche Ursache größer sein muß als in der ersten Gleichung, vorausgesetzt, daß Uh nicht den Wert Null annimmt. Das Aufwertungsprinzip läßt sich anhand einer Untersuchung verdeutlichen, in der Studenten die Aufgabe hatten zu bewerten, inwieweit sich eine Person prosozial verhält (Hilfeverhalten). Eine Versuchsgruppe bewertete eine Person, die jemandem half, der ihr selbst zuvor geholfen hatte. Die andere Versuchsgruppe bewertete eine Person, die jemandem half, der ihr zuvor Hilfe verweigert hatte. Die Hilfe nach der verweigerten Hilfe wurde positiver eingeschätzt als die Hilfe auf Gegenseitigkeit. Die Verweigerung der Hilfe stellt die hemmende Ursache und die prosoziale Absicht des Helfers die förderliche Ursache für das Verhalten des Helfers dar.

Literatur

Bierhoff, W. (1998). Sozialpsycholgie. Stuttgart: Kohlhammer.
 
     
 
 
 
     
 
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