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Deutung

 
     
   
Seelische Aktivität, durch die eine bestimmte Erscheinung zu einem begrifflichen Modell oder zu einer Verknüpfung anderer Erscheinungen in Beziehung gesetzt wird und auf diese Weise einen neuen Sinn gewinnt. Deutungen sind das wichtigste Hilfsmittel der analytischen Psychotherapie. Sie sollen allerdings niemals vom Therapeuten «von oben herab» gegeben, sondern vom Patienten in eigener Aktivität vorbereitet werden, so daß endlich die Deutung nur zusammenfaßt, was dem Kranken bereits zugänglich ist. Voreilige Deutungen, wie sie als pseudopsychologische Party-Spiele sehr beliebt sind, beweisen nur den Wunsch des Deuters, sich überlegen zu fühlen, und nützen in den meisten Fällen dem «Opfer» nicht im geringsten. Eine vom Patienten angenommene Deutung wird zu einem sicheren Besitz des Ich und ermöglicht dadurch ein Stück seelischen Wachstums, bessere Kontrolle und Verwirklichung von Abkömmlingen des Es oder ein freundlicheres Über-Ich. Deutungen sind, wissenschaftlich gesehen, immer Arbeitshypothesen, mit denen ein menschlicher Organismus seine innere Ordnung ein Stück weit neu gestaltet. Ihre Bewährung wird daher nicht allein nach ihrer Richtigkeit beurteilt, sondern auch nach ihrer therapeutischen Wirkung. Da seelische Vorgänge meist mehrfach bestimmt sind, gibt es häufig mehr als eine zutreffende Deutung (zum Beispiel eines Traums).
 
     
 
 
 
     
 
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