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Emotionsforschung interkulturell vergleichende

 
     
   
beherbergt zwei gegensätzliche Richtungen: psychobiologische Ansätze zu Universalien und kulturpsychologische Ansätze zur Kulturspezifität von Emotionen. Kulturvergleiche belegen sowohl universelle wie auch kulturspezifische Phänomene und Zusammenhänge in der Aktual- und Ontogenese von Emotionen. "Basale" Emotionen können kulturunabhängig richtig erkannt werden. Umstritten ist, was zu "basalen" Emotionen gehört und was die Qualität von Emotionen ausmacht. Kulturvergleichende Studien zeigen, daß kulturunabhängig Emotionen nach gleichen Bedingungen ausgelöst und erkannt werden. Allerdings lösen ähnliche Situationen kulturspezifisch unterschiedliche Emotionen mit verschiedener Intensität aus. Emotionen können kulturspezifisch mit unterschiedlichen Kognitionen und Verhaltensweisen verbunden sein.

Besonders fruchtbar ist eine prozeßorientierte kulturvergleichende Emotionsforschung, bei der untersucht wird, ob und wie "objektiv" gleiche Situationen wahrgenommen und verarbeitet werden, welche Ähnlichkeiten und Unterschiede in Auslösebedingungen für Emotionen auftreten, wie diese entstehen und wie sie sich auf die Aktual- und die Ontogenese von Emotionen auswirken. Die Kulturspezifität von Emotionen läßt sich in einem Multi-Komponenten-Prozeß-Modell beschreiben. Danach können sich die Subsysteme von Emotionen im Prozeß emotionalen Erlebens in interaktiven Kontexten verändern. Je nach Kultur können bestimmte Komponenten dominieren und relativ unabhängig von anderen Komponenten variieren oder mit anderen Komponenten eng zusammenhängen. Ein solches Modell von Emotionen erfordert kulturvergleichende Analysen der Universalität von Emotionskomponenten, also nicht von globalen Emotionen, und es nimmt Abstand von der Auffassung einer begrenzten Anzahl von biologisch definierten universellen Grundemotionen.

Zusammenfassung: Interkulturell vergleichende Studien von Emotionen belegen universelle und kulturspezifische Beziehungen zwischen Person und Umwelt in der Aktual- und Ontogenese von Emotionsprozessen.

Literatur

Mesquita, B., Frijda, N. & Scherer, K. (1997). Culture and emotion. In J. W. Berry, P. R. Dasen & T. S. Sarawathi (Eds.), Handbook of cross-cultural psychology, Vol. 2: Basic processes and human development (pp. 255-297). London: Allyn & Bacon.


 
     
 
 
 
     
 
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