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Gestalt

 
     
   
Schon früh wurde von Psychologen auf die «Ganzheit» als besondere Eigenschaft von Erlebnissen hingewiesen, die sich nicht aus dem Zusammenzählen einzelner Teile erklären lassen, sondern nur durch eine besondere innere Ordnung oder Struktur. Heute hat sich der Begriff der Gestalt als Präzisierung des Ganzheitsbegriffs durchgesetzt. Die Eigenart eines Ganzen kann einerseits schon durch relativ kleine Veränderungen vollkommen umgestaltet werden, andererseits bleibt sie in Änderungen, welche alle Teile betreffen (Austausch des Materials, Versetzung in andere Sinnesgebiete), oft in ihrer Eigenart erhalten. Man kann zum Beispiel einen Kreis durch eine kreisförmige Anordnung erhabener Punkte ersetzen, das Licht ausschalten, und die Versuchsperson äußern lassen, was sie ertastet: Es ist wieder ein Kreis, obwohl keine einzelne Empfindung gleich geblieben ist. Diese «übersummative», eine bloße Summe von Empfindungen übersteigende Beschaffenheit nennt man «Gestaltsqualität». Die Gestalt ist etwas anderes als die Summe der Teile, aus denen sie besteht. Ihr Einfluß ist mächtiger alsdie starre Zuordnungzwi-schen Reiz und Empfindung. Die Annahme einer Beständigkeit (Konstanz) in dieser Beziehung muß aufgegeben werden. An ihre Stelle tritt das Streben zur «guten Gestalt», die das seelische Feld (Feldtheorie) möglichst prägnant gliedert, auch auf Kosten der «Richtigkeit» der Wahrnehmung (optische Täuschung).
 
     
 
 
 
     
 
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