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Bilingualität

 
     
   
Bilingualität, auch: Zweisprachigkeit, wurde lange als Beeinträchtigung für die Identitätsentwicklung der betreffenden Personen gesehen; empirisch läßt sich dies jedoch nicht verifizieren. Vielmehr zeigen sich Vorteile Bilingualer im Bereich der Reflexion über sprachliche Strukturen (Metalinguisitk), überwiegend auch in kognitiven Fähigkeiten allgemein und in Lebenseinstellungen wie z.B. im Demokratieverständnis (Sprache). Früher vermutete ungünstige Auswirkungen zeigen sich nur bei klinisch auffälligen Populationen, wobei zu vermuten ist, daß in diesen Fällen auf der Basis ohnedies gestörter Beziehungsmuster die Bilingualität zusätzlich problematisch verarbeitet oder aber lediglich so interpretiert wird. Bei Kindern wird oft im Fall der Bilingualität eine in den ersten Lebensjahren leicht verzögerte Sprachentwicklung in beiden Sprachen gefunden. Dies scheint sich jedoch später weitgehend in Vorteile umzukehren. So sind bilinguale Personen nach den meisten Untersuchungen in den kognitiven Fähigkeiten generell im Vorteil, ganz eindeutig aber jedoch im Bereich metalinguistischer Fähigkeiten, also wenn es um Sprachanalyse oder den Erwerb von weiteren Sprachen geht. Auswirkungen zeigen sich auch in allgemeinen Einstellungen (z.B. ausgeprägtere Demokratieneigung), im Konversationsstil und in der allgemeinen Lebenseinstellung. Dies geht so weit, daß bilinguale Personen, wenn sie identische Fragebögen in ihren beiden Sprachen beantworten, zu systematisch unterschiedlichen Antworten gelangen. Relevant für die Auswirkung der Bilingualität sind der Zeitpunkt des Erwerbs der beiden Sprachen, ihre jeweilige Wertschätzung, um welche konkreten Sprachen es sich handelt und die schulische Sozialisation. Bezüglich der Frage, ob die beiden Sprachen Bilingualer in einem oder zwei Speichern im Gehirn aufbewahrt werden, deuten Untersuchungen eher in Richtung der Zweispeicherhypothese. Dies gilt sicher für die lexikalische Ebene; auf der semantischen und syntaktischen Ebene könnte eine größere Vereinheitlichung vorliegen. Vermutlich sind beide Sprachsysteme mit einem einheitlichen bildlichen Vorstellungssystem verbunden.
 
     
 
 
 
     
 
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