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Elektrokardiogramm

 
     
   
Abk. EKG, bildet den Verlauf der elektrischen Erregungsprozesse am Herzen ab. Bei der Erregungsleitung, der Kontraktion und der Erschlaffung des Herzmuskels verändern sich elektrische Felder, deren Potentialdifferenz auch an der Körperoberfläche abgeleitet werden können. Der Kurvenverlauf des EKG hängt von der Stärke der summierten Komponenten und von der Abgriffsrichtung im Verhältnis zur Richtung der Erregungsausbreitung über das Herz ab. Deswegen wurden für die medizinische EKG-Diagnostik verschiedene Elektrodenpositionen standardisiert (sog. Extremitätenableitungen nach Einthoven, Brustwandableitungen nach Nehb oder Wilson).

Bei psychophysiologischen Fragestellungen (Psychophysiologie) dient das EKG oft nur zur Bestimmung der Herzfrequenz (bzw. Herzperiode, RR-Intervall als reziproke Maße der Herzfrequenz). Das Ausmaß der atemabhängigen Pulsunregelmäßigkeit (respiratorische Arrhythmie) wird als Index der momentanen vagalen Aktivität am Herzen verwendet. Das EKG bzw. dessen markante R-Zacke (Amplitude von ca. 1 Millivolt) können als zeitliche Referenz (Trigger) für andere periodische Signale verwendet werden.

Die Herzfrequenz (auch Puls, Herzrate) gab vielleicht einmal das Metrum unserer Zeit, denn die Ruhefrequenz beträgt ca 60 bis 70 Schläge in der Minute. Sie hängt vom Alter und Trainingszustand sowie vor allem von der momentanen Aktivität und Beanspruchung, Nahrungsaufnahme, Rauchen, Umgebungstemperatur u.a. Bedingungen ab. Die Herzfrequenz ist ein zuverlässig meßbarer, robuster und valider Indikator der vegetativen Aktivierung. Unter psychophysiologischen Gesichtspunkten ist es wichtig, den durch emotionale oder mentale Beanspruchung verursachten Anteil der aktuellen Herzfrequenz (sog. "additional heart rate") von der metabolisch, d.h. durch körperliche Aktivität verursachten Herzfrequenzerhöhung abzugrenzen. Unter Laborbedingungen wird dies durch weitgehende Ruhigstellung erreicht, bei Felduntersuchungen (Monitoring) ist eine Kontrolle der Bewegungsaktivität durch Mitregistrierung der Bewegungsaktivität erforderlich.

Das ambulante Monitoring des EKG ist eine medizinische Routinemethodik, um zu erkennen, ob pathologische Unregelmäßigkeiten der Erregungsbildung (Arrhythmien) oder Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (ST-Senkungen als Ausdruck sog. ischaemischer Episoden) unter Alltagsbedingungen auftreten.

Literatur

Schandry, R. (1988). Lehrbuch der Psychophysiologie (2. Aufl.). Weinheim: Psychologie Verlags Union.


 
     
 
 
 
     
 
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