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Psychologielexikon

Überarbeitete Ausgabe

Psychologielexikon

Erwerbsarbeit

Autor
Autor:
Werner Eberlein

hat latente psychosoziale Funktionen aufgrund der mit ihr verbundenen gesellschaftlichen Institutionalisierung in der modernen Industriegesellschaft sowie manifeste und latente Konsequenzen, die sich positiv auf die psychische Gesundheit und die soziale Integration auswirken - und die im Falle der Arbeitslosigkeit verloren gehen (daher auch: Deprivation, psychische). Zu den latenten Konsequenzen auf individueller Ebene zählt Jahoda sechs Funktionen der Teilhabe an Erwerbsarbeit: 1) eine dauerhafte zeitliche Strukturierung des Alltags, 2) eine Erweiterung des sozialen Horizonts über das enge soziale Umfeld von Familie, Freunden und Bekannten hinaus, 3) die Einbindung in eine kollektive Zweck- und Sinnstruktur, 4) Statuszuweisung und soziale Identitätsbildung, 5) Zwang zur regelmäßigen Betätigung (Aktivierung) und 6) schließlich die Chance zur Kontrolle der eigenen Lebensumstände. Die Jahodasche Theorie ist allerdings bis heute aus inhaltlichen (Vorwurf der Idealisierung der Erwerbsarbeit) wie aus methodischen Gründen (unzureichende empirische Überprüfbarkeit) umstritten.


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