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Hirschfeld

 
     
   
Magnus, 1868-1935, deutscher Nervenarzt, einer der Begründer der Sexualwissenschaft. Zunächst Studium der Philosophie und Philologie, später der Medizin. 1897 Gründung des Wissenschaftlich-humanitären Kommitees in Berlin, das sich v.a. für die Abschaffung der Homosexualität unter Strafe stellenden § 175 RStGB einsetzte und für das Hirschfeld 1899-1923 das Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen herausgab. Seine Zeitschrift für Sexualwissenschaft, die 1908 für nur ein Jahr erschien, gilt als erste Zeitschrift, die sich der Sexuologie wissenschaftlich widmete. Seit 1919 ging Hirschfeld in seinem privaten Institut für Sexualwissenschaft in Berlin sexologischen und sozialhygienischen Fragen nach. Daneben hatte sich das Institut medizinische Versorgung, Aufklärung und Beratung zur Aufgabe gemacht und galt als Zentrum der ersten deutschen Homosexuellenbewegung. Von 1930-32 unternahm Hirschfeld eine Weltreise und hielt über 150 Vorträge. 1932 verbrachte er in der Schweiz und emigrierte 1933 nach Frankreich. Eine Rückkehr ins nationalsozialistische Deutschland war aufgrund seiner jüdischen Herkunft und seiner wissenschaftlichen und politischen Aktivitäten unmöglich geworden. 1933 wurde sein Berliner Institut von Studenten der Hochschule für Leibesübungen und der SA geplündert und geschlossen. Hirschfeld starb 1935 in Nizza. Seine sexualwissenschaftlichen Abhandlungen basieren auf umfangreichem empirischem Material. So bilden die mit Fragebögen erhobenen Daten von rund 10 000 Männern und Frauen die Grundlage für Die Homosexualität des Mannes und des Weibes (1914). Hauptwerk: Geschlechtskunde, Band 1-5 (1926-1930).


 
     
 
 
 
     
 
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