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hypothesengeleitete Wahrnehmung

 
     
   
Bezeichnung für das Phänomen, daß sich eine Person mit bestimmten Erwartungen in eine (soziale) Situation hineinbegibt und auf der Basis dieser Hypothesen die objektiven Reizgegebenheiten selektiv zur Kenntnis nimmt und interpretiert. Im Zuge der hypothesengeleiteten Wahrnehmung neigen Menschen dazu, die objektive Information an ihre Hypothesen anzugleichen, die Realität also im Sinne der eigenen Erwartungen verzerrt wahrzunehmen (Urteilsfehler). Hierdurch wird die Hypothese bestätigt und derart verstärkt, daß sie in zukünftigen Situationen um so dominanter wirkt. In der Konsequenz entsteht so ein Teufelskreislauf: Die Wahrnehmung wird bei jedem erneuten Wahrnehmungsakt mehr und mehr resistent gegenüber den objektiven Gegebenheiten. Dieser Prozeß wird gefördert, wenn der Person nur wenige Alternativhypothesen zur Verfügung stehen, die Hypothese sozial unterstützt wird oder eine starke motivational-emotionale Bedeutung hat.


 
     
 
 
 
     
 
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