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Stehen

 
     
   
eine nicht-triviale individuelle Leistung des Körpers. In der Regel lassen sich Körperschwankungen beobachten, die bei gleichzeitiger geistiger Arbeit verstärkt werden können. (Bei Kindern, die Gedichte aufsagen, lassen sich gelegentlich recht ausgeprägte Körperschwankungen beobachten.) Für das Stehen werden in variabler Weise zumindest drei Arten sensorischer Information genutzt: visuelle, somatosensorische und vestibuläre. Sobald Störungen in zumindest zwei der drei sensorischen Systeme vorliegen, kommt es zu ernsthaften Störungen des Gleichgewichts.

Die Bedeutung visueller Information für das Stehen läßt sich dadurch demonstrieren, daß die visuelle Umwelt bewegt wird (Sehen). Dabei kann es sich tatsächlich um ein Kippen des Raums handeln, in dem die Versuchsperson steht, aber ein solches Kippen kann auch optisch (auf einer hinreichend großen Leinwand) simuliert werden. Die Schwankungen des Raums werden dann durch entsprechende Körperschwankungen "ausgeglichen", die vor allem bei Kindern so stark werden können, daß sie fallen. Erwachsene sind in der Regel in geringerem Maße von visueller Information abhängig. Die Bedeutung somatosensorischer Information, speziell aus dem Fußgelenk, zeigt sich beispielsweise dann, wenn sie mit Hilfe von Muskelvibration verändert wird. Die Bedeutung vestibulärer Information läßt sich bei Patienten mit vestibulären Ausfällen nachweisen (Gleichgewichtsorgane).

Bei willkürlichen Bewegungen beispielsweise der Arme kann sich die Projektion des Körperschwerpunktes auf den Boden verlagern; dadurch entsteht gewissermaßen eine Bedrohung des sicheren Stehens, besonders, wenn größere Massen bewegt werden. Die Steuerung des Stehens ist daher eng an die Steuerung willkürlicher Bewegungen gekoppelt. Noch bevor eine willkürliche Bewegung beginnt, läßt sich oft eine antizipatorische Anpassung der Haltung beobachten. In diesem Sinne beginnt eine Armbewegung oft mit der Aktivität von Beinmuskeln (Psychomotorik).


 
     
 
 
 
     
 
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