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Leistung

 
     
 
eine Anstrengung, die auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet ist und mit einem Erfolg abschließt. Leistung ist etwas, das von uns verlangt wird. Durch diese Anforderung und ihre Zweckbestimmung unterscheidet sie sich vom Spiel, bis zu einem gewissen Grade auch von der freien Kunst. Mit der Leistung tun wir etwas für andere, auch wenn das Entgelt dafür in unserem eigenen Interesse liegt und wir die Anerkennung unserer Arbeit für unsere Selbstbestätigung brauchen. Man hat unsere heutige Lebensordnung als »Leistungsgesellschaft« bezeichnet, weil es für unseren sozialen Status entscheidend auf unseren Beitrag zur Arbeitsteilung und unseren Platz in der Arbeitskonkurrenz ankommt. Die Kritik an dieser einseitigen Ausrichtung geht auf das Unbe hagen in einem Leben zurück, das uns zu wenig Möglichkeiten der Muße, der Besinnung und des zweckfreien Spiels übriggelassen hat. Wir vermissen einen Freiraum für Tätigkeiten, die wir um unser selbst willen, aus »Spaß an der Sache« vollziehen könnten. Besonders schmerzlich wirkt sich dieser Mangel für unsere Schulkinder aus, die dem Leistungszwang in einem Alter ausgesetzt werden, in dem sie auf Anerkennung in Liebe mehr angewiesen wären als auf Anerkennung einer Leistung, und in dem sie auch der Freiheit des Spiels noch dringend bedürfen. Der Schul-Streß, der heute so oft seelische Störungen zur Folge hat, dürfte nicht zuletzt in der einseitigen Anstachelung von Leistungen im Zusammenhang mit dem Mangel an Gefühlsbefriedigungen und Zweckbefreiung begründet sein. Doch zeigt sich hier nur besonders kraß ein Ungleichgewicht, das auch das Leben der Erwachsenen beeinträchtigt.
 
     
 
 
     
 
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