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Isolation

 
     
  Abkapselung wie auf einer »Insel«. Eine erzwungene Trennung aus den gewöhnlichen mitmenschlichen Beziehungen stellt die Gefangenschaft dar. Von der Gemeinschaft abgewehrt werden auch Menschen mit besonderen Eigenschaften (wie die Hexen sie hatten) oder Minderheiten. Freiwillig isoliert sich der Einzelgänger, dessen Erfahrungen mit Mitmenschen ihn gelehrt haben, daß er ihre Liebe nicht erwerben oder doch sich darauf nicht verlassen kann. Der Eremit zieht sich in seine Klause zurück, weil er sich einer Aufgabe verpflichtet glaubt, die er nur in der Abgeschiedenheit meint lösen zu können. Aber: »Kein Mensch ist eine Insel.« In allem, was wir tun, sind wir irgendwie und irgendwann von Erfahrungen mit anderen beeinflußt. Auch der Klausner will im Grunde auf die Mitmenschen einwirken. Andererseits müssen wir alle uns gelegentlich isolieren, um »zu uns selbst zu kommen«. Das tägliche Beispiel für den Wechsel zwischen der Auseinandersetzung mit der Außenwelt und der Abgeschiedenheit ist der Schlaf.Vereinzelung, meist als soziale Vereinzelung verstanden. Ein gewisses Maß an Isolation ist für lebensgeschichtliche Umbruchszeiten kennzeichnend, also auch für das Jugendalter: Die bisherigen Formen sozialer Beziehungen erweisen sich als unbefriedigend, während noch keine neuen Formen gefunden wurden. Dauert die Isolation längere Zeit, dann spielen wahrscheinlich Schwierigkeiten herein, Intimität zu anderen Menschen herzustellen, sich anderen anzuvertrauen und sich bei ihnen wohl zu fühlen . Sie hängen oft mit einem Mangel an Urvertrauen zusammen und werden scheinvernünftig begründet (rationalisiert): «Niemand interessiert sich für mich, weil ich so häßlich (oder so intelligent, so dick, so fremdartig, aus einer solchen Familie...) bin, und deshalb kümmere ich mich um keinen!»  
     
 
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