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Kontakt

 
     
   
»Berührung«, vor allem im übertragenen Sinne des Wortes. Wir verstehen nur die Lebensbereiche, die in unsere »Reichweite« geraten, so daß wir sie »erfassen« können. Was wir nur aus der Ferne sehen, erscheint uns fremd; wir haben keine Beziehungdazu. Die stärksten Gefühle haben wir erfahren im Verhältnis zu Menschen, denen wir »hautnah« waren. Die Fähigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen herzustellen, ist eine Charaktereigenschaft, die ganz unterschiedlich entwickelt ist. Sie geht zwar auf Anlagen zurück, wie sie zum Bild eines Charakter-Typs gehören, hängt ihrer Ausbildung nach aber gerade so von den Erfahrungen ab, die im Laufe des Lebens im Verhältnis zu nahen Mitmenschen gemacht worden sind. Wer als Kind erlebt hat, daß man auf seine Äußerungen nicht eingeht oder sie sogar zurückweist, wagt auch später kaum, sich mitzuteilen. Wessen nächste Angehörige sich als lieblos und unzuverlässig erwiesen haben, traut niemandem mehr. Wessen Gefühle in der Kindheit auf den engen Kreis der Familie konzentriert waren, sucht auch später die starken, innigen Beziehungen. Wer schon früh vielerlei Kontakte gehabt hat, ohne daß einige wenige stark überwogen, wird sich weiterhin leicht auf verschiedene Menschen einstellen können, ohne allzu verpflichtende Bindungen einzugehen. Der introvertierte, nach innen gewandte Mensch, meist vom leptosomen (schlankwüchsigen) Typ, wirkt oft kontaktarm; der Extravertierte, meist pyknisch (rundwüchsig), drückt in seiner Wendung nach außen Kontaktfreudigkeit aus. Die Introversion kann bis zur völligen Abkapselung führen (Isolation), die Außenwendung zu so vielen Kontakten, daß keiner mehr zählt. Die Innenlenkung, die im bürgerlichen Zeitalter vorherrschte, förderte den introvertierten Typ, die moderne Außenlenkung eher den kontaktfreudigen, aber letztlich bindungslosen Extravertierten. In der innigen Beziehung eines Paares könnte man den psychosozialen Begriff »Kontakt« auch mit der elektrotechnischen Bedeutung des Wortes vergleichen. Vor allem zwischen Mann und Frau schließt sich durch den Kontakt zwischen Plus-und Minus-Pol der seelische Stromkreis.Berührung, Nähe. Unter Kontaktfähigkeit versteht man die Herstellung positiver sozialer Beziehungen zu anderen Menschen. Sie hängt von Kindheitserlebnisscn ab (Urver-trauen), aber auch von der gegenwärtigen sozialen Lage eines Menschen.
 
     
 
 
 
     
 
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