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Scherbengericht

 
     
   
»Ostrazismus«, in Athen um 500 v. Chr. ein Volksgericht, in dem mit Scherben als Stimmzetteln mißliebige Männer verbannt werden konnten. Hier wurde ein Muster für die Abwehr solcher Individuen geformt, die eine Anpassung an den Durchschnitt verweigern. Jede Gemeinschaft steht vor dem Problem, daß sie auf die Dauer ohne Außenseiter und sogar Störenfriede nicht auskommt, obwohl sie sich doch von ihnen gefährdet fühlt. Die Scherbenrichter urteilen meist nicht von einer höheren Warte, sondern nach dem Maß einer bürgerlichen Beengtheit. Sie fragen nicht nach den Gründen der Abweichung, ja nicht einmal nach deren Wert, sondern sehen in ihr stets eine Schuld und ein Vergehen. Oft hat erst die Nachwelt ihr Urteil korrigiert und Ketzer zu Heiligen oder Verbrecher zu Helden erklärt.
 
     
 
 
 
     
 
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