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Zielbewegung

 
     
   
zählt zu den häufigen und elementaren menschlichen Bewegungen. Sie führen von einer Startposition zu einer Zielposition, in aller Regel auf einer (nahezu) geraden Bahn im Raum. Bei schnellen Zielbewegungen läßt sich ein charakteristisches triphasisches Muster im Elektromyogramm beobachten: Zunächst ist der Agonist aktiv, dann der Antagonist, schließlich wieder der Agonist. Die erste Aktivitätsphase des Agonisten ist mit der Beschleunigung assoziiert, die Aktivität des Antagonisten mit der Bremsung, und die zweite Aktivitätsphase des Agonisten dient wahrscheinlich der Gelenkversteifung, durch die mechanisch verursachte Schwingungen gedämpft werden. Die erste Aktivitätsphase des Agonisten ist unempfindlich für Rückmeldungen aus der Körperperipherie; sie liegt zum größten Teil vor Beginn der Bewegung. Traditionell wird der erste Teil einer Zielbewegung als im wesentlichen ballistisch angesehen. Modulationen des Elektromyogramms infolge peripherer Rückmeldungen finden sich erst in der Aktivität des Antagonisten. Prinzipiell werden Rückmeldungen aus der Körperperipherie erst mit einer gewissen Verzögerung wirksam. Die Genauigkeit von Bewegungen unter 200 ms Dauer wird beispielsweise nicht durch visuelle Rückmeldungen beeinflußt, und die frühesten Anzeichen einer Auswertung visueller Rückmeldung lassen sich mit einer Latenz von ca. 100 ms beobachten. Je später visuelle Rückmeldungen im Verlauf der Bewegung vorhanden sind, desto bedeutsamer werden sie für die Genauigkeit der Bewegungen (Motorik, Psychomotorik).

H.He.



Literatur

Meyer, D.E. et al. (1988) Optimality in human motor performance: Ideal control of rapid aimed movements. Psychological Review, 95, 340-370.


 
     
 
 
 
     
 
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