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Elektromyogramm

 
     
   
Abk. EMG, bezeichnet die Messung der elektrischen Aktionspotentiale an der neuromuskulären Endplatte (Einheit: V), die bei der Kontraktion von Muskelfasern entstehen. Zur Gewinnung eines EMG-Signals werden entweder Elektroden verwendet, die auf der Hautoberfläche angebracht werden, oder Nadelelektroden durch die Haut in den entsprechenden Muskel eingestochen. Im Falle der Oberflächenelektroden verringern ein Gel, das auf die Elektrode aufgebracht wird, und eine vorherige Präparation der Hautstelle (Entfernen der obersten Hautschicht) den elektrischen Widerstand zwischen Haut und Elektrode. Die Elektroden bestehen aus gut leitfähigem Material wie Gold oder Silber/Silberchlorid. Um die elektrische Aktivität einer Muskelgruppe weitgehend ohne Störeinflüsse anderer elektrischer Quellen (z.B. von Elektrogeräten) bestimmen zu können, wird das Differenzsignal zweier Elektroden gemessen (Differenzverstärker). Die Kabel beider Elektroden sind mit einer dritten sog. Referenzelektrode verbunden, gegen deren Wert das Signal der beiden aktiven Elektroden verrechnet wird. In weiteren Schritten wird das erhobene EMG-Signal in einem Computer verarbeitet (Mittelung, Filterung, Glättung). Beim EMG-Biofeedback erfolgt die Anzeige der elektrischen Muskelaktivität entweder auditiv oder visuell. Bei der auditiven Anzeige wird das Ausmaß integrierter muskulärer Aktivität über ein definiertes Zeitintervall in einen Ton oder ein Tonmuster umgewandelt.

Neben der Verwendung des Elektromyogramms zu diagnostischen Zwecken in der Neurologie und Psychophysiologie kommt diese Technik im verhaltensmedizinischen Kontext zur Anwendung (Verhaltensmedizin). Die Rückmeldung muskulärer Aktivität (Biofeedback) und das angeschlossene Training zur Veränderung der Muskelspannung ist bei Erkrankungen angezeigt, die durch eine übermäßig ausgeprägte Muskelaktivität gekennzeichnet sind. So führt die Entspannung des Nackenmuskels bei Kopfschmerzen vom Spannungstyp zu einer anhaltenden Verbesserung der Symptomatik (Entspannung, Entspannungsverfahren). Dasselbe gilt für Rückenschmerzen. Zu den weiteren Anwendungsgebieten gehören Erkrankungen, bei denen der Aufbau von Muskelaktivität (z.B. Bewegungseinschränkungen nach orthopädischen Eingriffen, Schlaganfällen, Lähmungen) oder die Kontrolle der Muskelfunktion (z.B. bei Inkontinenz) im Vordergrund steht. In der Behandlung psychischer Störungen wird das EMG vornehmlich bei Angststörungen eingesetzt (Angst, Phobie) Die Rückmeldung der Muskelspannung soll den Patienten z.B. im Rahmen einer Systematischen Desensibilisierung das Erreichen eines entspannten Zustandes erleichtern.


 
     
 
 
 
     
 
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