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Arbeitslosenforschung psychologische

 
     
   
Arbeitslosenforschung, psychologische, die im engeren Sinne sozialwissenschaftliche und psychologische Analyse der Auswirkungen von Arbeitslosigkeit; ihr Beginn wird üblicherweise auf die 30er Jahre unseres Jahrhunderts (Weltwirtschaftskrise) datiert, obwohl bereits im vorigen Jahrhundert z.B. eine Kovarianz von Diebstahlskriminalität und Arbeitsmarktlage, von konjunktureller Entwicklung und Antisemitismus zu beobachten war. Als gesellschaftliches Phänomen ist Arbeitslosigkeit an die Umwandlung von Agrar- in Industriegesellschaften und die damit einhergehende Vermassung lohnabhängiger Arbeitsverhältnisse gebunden (Beginn in Europa vor 200 Jahren). Die erste im engeren Sinne sozialwissenschaftliche Arbeitslosenstudie erschien 1911 in Großbritannien (Rowntree und Lasker: Unemployment - a social study). Sie ist jedoch weitgehend vergessen, während eine Untersuchung aus Österreich, 1933 erstmals veröffentlicht, mittlerweile zum Klassiker avancierte und den Status einer zentralen Referenzarbeit gewonnen hat (Marienthal-Studie). Thematisch sind die meisten der frühen Studien gleichermaßen Untersuchungen über die Folgen von Arbeitslosigkeit (keine Erwerbsarbeit haben/finden) und Armut (materielle und finanzielle Deprivation); sie fragen zum einen nach der physischen und psychosozialen Schädlichkeit unfreiwilliger Arbeitslosigkeit, zum anderen nach möglichen Rückwirkungen auf politische Orientierungen und Handlungsbereitschaften (politische Radikalisierung). Seit ihren Anfängen ist die Arbeitslosenforschung zudem in der öffentlichen Diskussion mit dem Streit um die Arbeitswilligkeit bzw. die vermutete Arbeitsscheu von Arbeitslosen belastet (Vorwurf der Dramatisierung vs. Verharmlosung).
 
     
 
 
 
     
 
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