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Aufsteiger

 
     
   
d. h. Menschen aus einer niederen Schicht, die den Zugang zu einer höheren finden, haben bei diesem Wechsel eine Reihe psychischer Probleme zu überwinden. Vielfach übertreiben sie bis zur Karikatur die Verhaltensweisen der neuen Schicht, wie dies etwa bei den »Neureichen« der Gründerzeit und bei den »Raffkes« nach dem Ersten Weltkrieg der Fall war. Aus diesem Zusammenhang stammt auch die Bezeichnung »Snob« (= sine nobilitate, ohne Adel) für eine Aufsteiger-Schicht, die es der Aristokratie gleichtun wollte. Der Grund für diese Erscheinungen liegt darin, daß Charakter und Verhalten des Menschen entscheidend in früher Kindheit geprägt werden, nicht zuletzt in der Familie und der nächsten Umwelt: »was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr«. Sehr auffallend ist die strenge Moral, die Eltern aus dem Proletariat beim Aufstieg ins Bürgertum ihren Kindern aufzwingen, als müßten sie die Werte der Bürger vor der Jahrhundertwende noch hochhalten. Oft kann in einer Ehe nur der Mann, dessen beruflicher Erfolg den Aufstieg ermöglicht hat, den Wechsel in die neue Schicht einigermaßen glatt vollziehen, und die Frau »hält nicht Schritt«. Das führt manchmal zur Scheidung und einer neuen, nun »standesgemäßen« Heirat. Dagegen passen sich Frauen meist leichter einer allgemein neuen Umwelt an, wie sich das bei den Einwanderer-Schüben nach Amerika immer wieder erwies.
 
     
 
 
 
     
 
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