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Bondy

 
     
   
Bondy, Curt, 1894-1972, Kultur- bzw. Sozialpsychologe und Schüler William Sterns. Bondy war bereits als Student sozialpolitisch engagiert (Kriminalpolitik, Strafvollzugsreform) und war später Leiter von Jugendstrafanstalten in Hamburg bzw. Eisenach. Er promovierte 1921 über die proletarische Jugendbewegung in Deutschland. Da er Jude war und sich zudem als pädagogischer Leiter für jüdische Auswandererlehrgänge nicht systemkonform verhielt, wurde er 1938 im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Zwei Jahre später emigrierte er über Spanien nach Richmond, wo er seine Karriere als Professor fortsetzte. Bondy trug in den fünfziger Jahren maßgeblich zum Wiederaufbau des Psychologischen Instituts der Universität Hamburg bei, an das er 1949 berufen worden war. Dort führte er das Werk Sterns und Meumanns fort, indem er Diagnostik und Erziehungsberatung weiterentwickelte (Hamburg-Wechsler-Intelligenztest bzw. Testbatterie für geistig behinderte Kinder). Zudem wies er auf die Wichtigkeit sozialethischer Leitlinien für jegliche psychologische Tätigkeit hin. Er war besonders an hilfsbedürftigen Kindern bzw. Jugendlichen interessiert, die aus seiner Sicht vor dem Hintergrund einer bedenklichen kulturellen Entwicklung heranwuchsen, da mit dem wirtschaftlichen Aufschwung eine "seelische Verarmung" und zunehmende Arbeitslosigkeit einhergehe. Daraus leitete Bondy einen gesellschaftlichen Auftrag der Psychologie ab: Die Erziehungsberatung müsse wissenschaftlich begründet sein.
 
     
 
 
 
     
 
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