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Eignungsuntersuchung und Eignungsfeststellung bei Wehrpflichtigen

 
     
   
Abk. EUF, erfolgt seit Einberufung von Wehrpflichtigen der Bundeswehr (seit 1965) in militärische Verwendungen. Im Zentrum dieser psychologischen Untersuchung steht eine Leistungstestbatterie (EVT), die in Anlehnung an die US-amerikanische "Armed Services Vocational Aptitude Battery" (ASVAP) entwickelt wurde und auch bei Freiwilligenbewerbern der Bundeswehr Anwendung findet. Sie erfaßt im Wesentlichen die drei Merkmalsbereiche Allgemeine Intelligenz und Bildungsniveau, Technisches Verständnis sowie Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit (Konzentration). Neben EVT-Testwerten werden für die individuelle Eignungsfeststellung u.a. auch musterungsärztliche Verwendungsausschlüsse, berufliche und schulische Vorbildungen, schriftliches und mündliches Ausdrucksvermögen sowie Interessen und Verwendungswünsche der Wehrpflichtigen erfaßt und gewichtet. Das Ergebnis der EUF bildet eine begrenzte Zahl eignungsdiagnostisch begründeter Verwendungsvorschläge für jeden Wehrpflichtigen. Die Vorschläge erarbeitete bis 1997 stets der örtlich zuständige Psychologe auf der Grundlage aller erhobenen Prüfdaten und in Entsprechung der Bedarfsanforderung der Truppe.

Ab 1999 wird die EUF nicht mehr in Form der konventionellen Gruppenprüfung durchgeführt, sondern erfolgt computergestützt und individuell an Bildschirmarbeitsplätzen (Computer). Das entsprechende Untersuchungsverfahren ist sequentiell aufgebaut und unterscheidet drei Stufen zunehmender psychologischer Intervention:

1) Unmittelbare berufsbezogene Einplanung bei Wehrpflichtigen mit bestimmten Mangelberufen.

2) Eine etwa 2-stündige Basisuntersuchung in allen unproblematischen Routinefällen.

3) Eine zusätzliche diagnostische Begutachtung durch den zuständigen Psychologen für besondere Gruppen von Wehrpflichtigen.

In der Regel werden die ersten beiden Untersuchungsstufen durch speziell ausgebildetes psychologisches Assistenzpersonal durchgeführt. Die Vergabe eignungsgerechter Verwendungsvorschläge erleichtert ein Computerprogramm, das alle Test- und Erhebungsdaten nach psychologischen Entscheidungsregeln interpretiert und damit nach Art eines Expertensystems operiert (Berufseignungsdiagnostik).


 
     
 
 
 
     
 
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