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Gesten

 
     
  Körperbewegungen, die etwas »besagen«. Vor allem mit Bewegungen der Arme und Hände wollen wir oft etwas mitteilen, zum Beispiel einen Gruß ausdrücken, oder unsere Worte unterstreichen. Viele derartige Gebärden sind ihrer Form nach längst einer Konvention unterworfen. Gesten, die aus der Tradition eines fremden Kulturraumes entstanden sind, würden wir kaum verstehen. Die rein gewohnheitsmäßige Geste hat keinen realen Inhalt mehr oder wird sogar zur Lüge. Aber Körperbewegungen können auch Regungen ausdrücken, die wir eigentlich nicht verraten wollen, oder deren wir uns nicht einmal bewußt sind. Wie ein Mensch einen Raum betritt, wie er auf einen Fremden zugeht, wie er sich hinsetzt: all dies zeigt, was er von der Begegnung erwartet, wie sicher oder unsicher er seiner Sache ist, ob er sich öffnen oder abkapseln will. Die »Körpersprache« drückt gerade die seelischen Stimmungen oft direkter aus als das Wort. Doch ist sie natürlich schwerer zu deuten. Man muß schon eine »Antenne« für solche Mitteilungen haben, um sie so zu »empfangen«, wie es in einem Ausspruch Freuds ausgedrückt wird: »Wessen Lippen schweigen, der schwätzt mit den Fingerspitzen; aus allen Poren dringt ihm der Verrat.«  
     
 
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