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Haß

 
     
   
heftiges Gefühl der Feindschaft gegen andere Menschen oder widrige Umstände. Der Haß entstammt dem Egoismus; er wendet sich gegen alles was den eigenen Wünschen kraß widersteht. Er kann sich derart steigern, daß er nach der Vernichtung des Feindlichen verlangt. Erst später tritt er in eine Beziehung zur Liebe, deren Gegenbild er ist. Dann wird er von der Enttäuschung einer Liebe genährt. Mit Haß rächt man sich dafür, daß die Liebe nicht ausreichend erwidert wurde, oder daß sie auch anderen galt – und ihnen vielleicht sogar mehr. So schlägt Liebe in Haß um. Umgekehrt kann aus Haß Liebe werden, wenn der Mensch, den man gehaßt hat, sich der Liebe zugänglich erweist. In vielen menschlichen Beziehungen regieren Haß und Liebe nebeneinander. Der Anteil des Hasses entspricht dann dem Gefühl der Abhängigkeit, in die man sich durch die Liebe begeben hat. In größeren Gemeinschaften können die Haßgefühle zwischen ihren Teilnehmern nur in Schach gehalten werden, wenn man sie auf Außenseiter oder eine Feindgruppe ablenkt. So wie man in einem anderen oft das liebt, was man selbst ist oder sein möchte, so wendet sich der Haß oft gegen die, die eigene Schwächen stärker ausdrücken, als man es selbst tun möchte. Hierin ist der Haß gegen einen Sündenbock begründet. Freud hat nur von einer Form der Liebe für möglich gehalten, daß sie ohne Ambivalenz, das heißt ohne einen Bodenbesatz an Haß bleibt: von der Liebe der Mutter zu ihrem männlichen Kind.Feindseliger Affekt. Von Haß bestimmte Aggression ist eine allein dem Menschen eigene Verhaltensweise, die im Zusammenhang mit Kränkungen im Werterleben (Narzißmus) auftritt und zu besonders heftigen Zerstörungen führt. Beispiele dafür sind Religionskriege oder ideologisch begründete Auseinandersetzungen.
 
     
 
 
 
     
 
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