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Psychologielexikon

Überarbeitete Ausgabe

Psychologielexikon

Heterosexualität

Autor
Autor:
Katharina Weinberger

die Neigung zum anderen Geschlecht. Sie entwickelt sich ebenso wie die Homosexualität aus der bisexuellen Anlage des Menschen. Im allgemeinen wird sie durch Erziehung und Vorbild einseitig gefördert, während die homosexuellen Anlagen unterdrückt werden. So weit die Sexualität auf die Fortpflanzung zielt, ist sie auf Vereinigung der Geschlechter angewiesen. Doch die Sexualität ist nicht nur ein Fortpflanzungstrieb oder ein Vereinigungstrieb, sondern folgt auch dem Verlangen nach sinnlicher Lust, das noch anders als heterosexuell befriedigt werden kann. Was Mann und Frau als Gegensatz empfinden, der sie zueinander zieht, ist zum großen Teil nicht in der Natur der Geschlechter begründet, sondern in der Tradition der Geschlechtsrollen, die sie angenommen haben. Zugleich wirkt dieser Gegensatz manchmal wie eine Schranke, die Mann und Frau einander fremd oder gar gefähr lieh vorkommen läßt. Deshalb bilden Freundschaften zum eigenen Geschlecht, als Sublimierung der homosexuellen Tendenzen, einen Ausgleich. Die Ausschließlichkeit heterosexueller Beziehungen ist nicht das Ergebnis einer natürlichen Anlage, sondern das Produkt der Erziehung. Zugleich bezieht sie sich nur auf die bewußten, offenbar sexuellen Beziehungen; die homosexuellen Tendenzen bleiben in unbewußten, getarnten, verdrängten oder sublimierten Äußerungen erhalten.

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