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Hypochonder

 
     
   
der »eingebildete Kranke«, wie ihn Moliere in seiner gleichnamigen Komödie 1673 so typisch dargestellt hat. Wie der Simulant, der Krankheits-Heuchler, will auch der Hypochonder die Schonung und die Zuwendung genießen, die ein Kranker beanspruchen kann. Aber anders als der Simulant leidet der Hypochonder wirklich. Indem er sich krank fühlt, zahlt er den Preis, den er für den Erweis von Liebe unbewußt schuldig zu sein glaubt. Wie beim hysterischen Kranken lassen sich auch beim Hypochonder keine körperlichen Ursachen für sein Leiden erkennen. Deshalb hat man lange hysterische Patienten für Hypochonder oder gar für Simulanten gehalten. Aber hinter den Symptomen einer Hysterie werden die psychischen Ursachen des Leidens fast symbolhaft deutlich, während der Hypochonder nacheinander über die verschiedensten Symptome klagt und dabei oft jene bevorzugt, die zu gerade viel erörterten (»modischen«) Krankheiten gehören. Dennoch ist sein Leiden als echt anzusehen, denn es wurzelt in einem Liebesbedürfnis, das ungestillt geblieben ist, so daß der Hypochonder die Befriedigung durch seine Klagen als Kranker glaubt erzwingen zu müssen.
 
     
 
 
 
     
 
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