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Intergruppen-Attribution

 
     
   
Beziehungen zwischen ethnischen Gruppen, die häufig durch gruppendienliche Attributionen gekennzeichnet sind. Die Beziehungen zwischen Gruppen lassen sich auf eine soziale Kategorisierung zurückführen, bei der zwischen Binnengruppe und Fremdgruppe unterschieden wird. Die Theorie der sozialen Identität beinhaltet die Annahme, daß Mitglieder der Binnengruppe günstiger bewertet werden als Mitglieder der Fremdgruppe. Für Attributionen ergibt sich parallel dazu die Annahme, daß Mitgliedern der Binnengruppe ein positiver Sachverhalt internal zugeschrieben wird, während bei Mitgliedern der Fremdgruppe die Tendenz besteht, daß derselbe Sachverhalt external erklärt wird. Eine weitere Annahme bezieht sich auf negatives Verhalten, das bei Mitgliedern der Binnengruppe eher external erklärt werden sollte und bei Mitgliedern der Fremdgruppe eher internal. Diese Attributionstendenzen werden als ethnozentrische Attribution bezeichnet. Sie wurden in verschiedenen Kulturen festgestellt, z.B. in Südindien zwischen Hindus und Moslems oder in Malaysia für Malayen, die entweder Malayen oder Chinesen beurteilen. Hewstone (1988) nimmt an, daß Mitglieder der Binnengruppe gegenüber Mitgliedern der Fremdgruppe negative Erwartungen aufgebaut haben. Wenn das Verhalten von Mitgliedern der Fremdgruppe diese Erwartungen bestätigt, wird eine internale Attribution durchgeführt und das negative Bild der Fremdgruppe dadurch bestätigt. Wenn das Verhalten der Mitglieder der Fremdgruppe die Erwartungen widerlegt, wird häufig eine externale Attribution verwendet, durch die das unerwartet positive Verhalten der Fremdgruppe auf äußere Umstände bezogen wird. Im Endeffekt ergibt sich, daß negatives Verhalten der Fremdgruppe mit ihrem negativen Charakter gleichgesetzt wird, während ihr positives Verhalten "wegerklärt" wird.

Literatur

Hewstone, M. (1988). Attributional basis of intergroup conflict. In W. Stroebe, A.W. Kruglanski, D. Bar-Tal & M. Hewstone (eds.), The social psychology of intergroup conflict (pp. 47-71). Berlin: Springer.


 
     
 
 
 
     
 
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