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Identität

 
     
   
das Gefühl, »mit sich einig zu sein«, oder auch, vollkommen in einer Rolle aufzugehen, die man in der Gemeinschaft zu spielen hat. Dieser Eindruck »das bin ich selbst« wird gestört durch äußere Zwänge, durch innere Hemmungen, durch Konflikte zwischen verschiedenen Strebungen oder in einer Umgebung, zu der man keine seelische Beziehung herstellen kann, so daß das Gefühl der Entfremdung entsteht. Oft ist es so schwierig, die Identität gegen die Widerstände der Umwelt zu wahren, daß der Mensch versucht ist, sie aufzugeben, etwa durch eine vollständige Anpassung, durch Flucht in einen Wahn oder Rausch. Immer wieder lehnt man sich durch Identifikation an andere an. In die verschiedenen Rollen, die dem Menschen in der Gemeinschaft zugeteilt werden, fügt man sich, indem man in ihnen Teile des eigenen Wesens ausdrückt, aber eben nur Teile, sodaß die volle Identität immer wieder infrage gestellt ist. Sehr auffällig wird das bei der Geschlechts-Identität, also der Einordnung eines Menschen als Mann oder als Frau. Unsere Begriffe von Männlichkeit und Weiblichkeit sind ja nur zu einem Teil durch die natürlichen Geschlechtsunterschiede bestimmt, die zwar das ganze Wesen durchdringen, es aber noch nicht festlegen. Wir richten uns vielmehr in unserem Urteil weitgehend nach Traditionen unserer Kultur, ja nach Vorstellungen einer bestimmten Gesellschaftsordnung und einer besonderen Gesellschafts-Schicht. Diese Vorstellungen machen gerade jetzt einen großen Wandel durch. Die überlieferten Geschlechtsrollen erscheinen nicht mehr verbindlich, neue Maßstäbe haben sich noch nicht durchgesetzt. So wird es schwierig, als Mann oder Frau eine Einstellung zu finden, die sowohl im Verhältnis zum anderen Geschlecht wie im Rahmen der Gesellschaft akzeptabel ist, und in der man zugleich mit sich selbst »einig« ist. Die Frage der Geschlechtsidentität ist überdies beispielhaft für die Schwierigkeiten, einen Teil des Wesens mit anderen Lebensaufgaben so übereinzustimmen, daß eine gleichsam einheitliche Identität empfunden werden kann.Gleichheit, Entsprechung; als Abkürzung von Ich-Identität (E. H. Erikson) das Gefühl einer Einheit zwischen Selbstbild, sozialer Aufgabe und Anerkennung durch bedeutsame Bezugspersonen, das dem Empfinden hinreichender Selbstverwirklichung entspricht.
 
     
 
 
 
     
 
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