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Adorno

 
     
   
Adorno, Theodor Wiesengrund, 1903-1969, setzte sich als Mitglied der interdisziplinären, marxistisch orientierten Frankfurter Schule für eine reflektierte dialektische Sozialforschung ein, indem er nach Möglichkeiten der Durchdringung von Theorie und empirischer Forschung suchte. In seinem umfassenden soziologischen Beitrag betonte er, das gesellschaftliche Zusammenleben könne nicht allein unter Zuhilfenahme individualpsychologischer Theorien erklärt werden. Andererseits waren Adorno und andere Vertreter der Kritischen Soziologie der Ansicht, die Theorie der Gesellschaft sei durch eine analytisch gefärbte Sozialpsychologie zu ergänzen: Erst die Kombination aus gesellschaftlichen Tendenzen und den in der Masse vorliegenden Trieben verspreche Einsicht in Staatsformen. Adorno beschäftigte sich unter Mitarbeit von Frenkel-Brunswik mit Ursachen und Folgen des Nationalsozialismus, verfaßte Schriften über die autoritäre Persönlichkeit und betrieb Untersuchungen zur Ausbildung von Vorurteilen. Im Mittelpunkt des Interesses stand die Frage, ob sich in bestimmten Kulturen bzw. zu gewissen Zeiten ein Persönlichkeitstyp verbreiten könne, der für faschistisch-autoritäres Gedankengut empfänglich ist. So wurde untersucht, wie ökonomische Bedingungen und die autoritäre Sozialisation auf die Entwicklung der Persönlichkeit Einfluß nahmen.

Literatur

Wagner, H.-J. & Wulf, C. (1988). Adornos Bedeutung für die Methodologie der wissenschaftlichen Psychologie. In G. Jüttemann (Hrsg.), Wegbereiter der Historischen Psychologie. Weinheim: Psychologie Verlags Union.
 
     
 
 
 
     
 
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