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Legende

 
     
   
eigentlich »das zu Lesende«, im engeren Sinne die Geschichte eines Heiligen, der darin als vorbildlich und wundertätig verherrlicht wird. Aber auch um viele andere Personen, die einmal öffentliches Interesse erregt haben, werden Legenden gesponnen, die ihre Gestalt und ihr Leben verklären. Nicht immer werden diese Menschen in der Legende tüchtiger oder tugendhafter dargestellt, aber stets einseitiger und in dieser Einseitigkeit großartiger. Der Heilige erscheint nichts als heilig, der Held nichts als tapfer, der Bösewicht nichts als böse. Die kleinen Schwächen und Alltäglichkeiten, die Widersprüche eines jeden Charakters, die Mühseligkeiten und Fehlschläge werden ausgespart. Biographien werden zu Märchen. Die Gestalt und das Wirken einer Johanna von Orleans, eines Casanova, einer Mata Hari oder eines Mahadma Gandhi ist von ihrer Legende nahezu verdeckt worden. Wenn die Legende das ist, was man lesen soll, so soll sie die Hoffnung erwecken, daß ein menschliches Leben in Ausnahmefällen großartiger sein kann, als es in der Wirklichkeit jemals ist.
 
     
 
 
 
     
 
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