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Paracelsus

 
     
   
Theophrastus Bombastus Philippus Aureolus von Hohenheim, 1493–1541. Der Arzt und Chemiker, Sohn einer Schweizerin und eines zugereisten Arztes, nannte sich selbst Paracelsus. In Einsiedeln (heute zur Schweiz gehörend) geboren, zog er mit seiner Familie 1502 nach Villach in Kärnten. Er studierte in Wien und Ferrara und promovierte in Medizin. Anschließend unternahm er zahlreiche Reisen durch Europa, um sich Wissen auf dem Gebiet der Alchemie und der Mineralogie zu erwerben. 1527 wurde er Stadtarzt in Basel und Dozent an der Universität, wo er zum Entsetzen seiner Kollegen seine Vorlesungen auch auf Deutsch hielt. 1528 verließ er auf Grund von Streitigkeiten Basel und hielt sich in der Folge u.a. in Colmar, Regensburg, St. Gallen, Innsbruck, Ulm, München und Wien auf. 1540 berief ihn der Fürstbischof von Salzburg zu sich, wo er ein Jahr später starb.

Paracelsus wirkte als Arzt, Lehrer, Pharmazeut, Theologe, Psychologe und erster Chemiker nach der Epoche der Alchemie. Er griff die medizinischen Glaubenssätze seiner Zeit an (Die Anhänger des griechischen Arztes Galen nahmen seinerzeit noch an, daß Krankheiten durch ein Ungleichgewicht der Körpersäfte verursacht würden) und ging davon aus, daß Krankheiten durch körperfremde Substanzen verursacht würden und sich durch chemische Substanzen bekämpfen ließen. Er erfand mineralische Heilmittel, die seiner Überzeugung nach den Körper in die Lage versetzten, sich zu verteidigen, und beschrieb die Symptome zahlreicher Krankheiten wie z.B. des Kropfs oder der Syphilis. Zur Behandlung setzte er Stoffe wie Schwefel und Quecksilber ein. Viele seiner Heilmittel basierten auf der Annahme, Gleiches könne durch Gleiches geheilt werden – die spätere Sichtweise der Homöopathie. Obwohl seine Schriften mystische und magische Elemente enthielten, trug seine Revolte gegen die alten medizinischen Glaubenssätze zur Freiheit im medizinischen Denken bei und ermöglichte es der Medizin, einen wissenschaftlichen Weg einzuschlagen. Den Menschen sah Paracelsus als mikrokosmischen Spiegel des makrokosmischen Universums. Krankheit deutete er nicht als umgrenzte Störung, sondern betrachtete sie aus einer ganzheitlichen Sicht, die Organisches und Psychisches, Naturwissenschaftliches, Philosophisches und Theologisches einschließt. Die Therapie kann sich demnach nicht allein am Körperlichen orientieren und bloß Symptome behandeln: Der Therapeut muß nach Ursache und Entstehung des Leidens suchen (Krankheitsverhalten, Krankheitsbewältigung).


 
     
 
 
 
     
 
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