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Photographie

 
     
   
nimmt eine Mittelstellung zwischen natürlichem und künstlichem Bild ein. a) Photographische Darstellung kann das Sehen erleichtern und wird dann als angenehm empfunden: Der verkleinerte Ausschnitt verringert die vom Auge zu bewältigende Fülle, und die “Immobilisierung” des Bildes beschränkt die Arbeit der visuellen Wahrnehmung. Zudem befindet sich der Beobachter in einem privilegierten Zustand, d.h., das reine Sehen – ohne sich tatsächlich in der dargestellten Situation zu befinden – ermöglicht auf kurze Zeit einen umfassenden Eindruck, ohne durch andere Reize abgelenkt zu werden. b) Photographie ist auch eine Überbietung dessen, was der Mensch normalerweise selbst zu sehen vermag: Deshalb können Photographien auf den Menschen besonders ästhetisch oder faszinierend wirken (Ästhetik, Kunstpsychologie). c) Der Unterschied einer Photographie zum menschlichen Wahrnehmungsbild zeigt sich z.B. im Schärfenbereich: Während der menschliche Beobachter Gegenstände des Nah- und Fernbereichs durch Akkommodation der Augen immer nur ausschnittweise und im Wechsel scharf wahrnimmt, kann bei einem Photo nahezu der gesamte Bildbereich scharf dargestellt werden. d) Die Allgegenwart von Bildern führt mittlerweile dazu, daß Erfahrungen über Medien (sekundäre Erfahrungen) die Erfahrungen in einem natürlichen Kontext (primäre Erfahrungen) allmählich überwiegen (Medienpsychologie). Bilder bieten dem Betrachter angenehme, risikolose und anstrengungsfreie Erlebnisse und reduzieren die Bereitschaft und Fähigkeit, sich mit einer anstrengenden Lebenswirklichkeit auseinanderzusetzen. Als Folge kann sich ein Weltbild entwickeln, das mit der Realität nicht übereinstimmt. e) Der Umgang mit Bildern muß erst erlernt werden. Anthropologische Studien weisen darauf hin, daß Naturvölker, die bislang nicht mit Photographien konfrontiert waren, auf Anhieb bzw. beim ersten Mal bekannte Gegenstände auf den Photographien nicht erkennen können.


 
     
 
 
 
     
 
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