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Qualifikationserosion

 
     
   
Verlust von Qualifikation; Kennzeichnung des Tatbestandes, daß durch Realisierung technikorientierter Gestaltungskonzepte jener spezifischen Qualifikation, durch die sich die Facharbeiter von den Angelernten und Ingenieuren unterscheiden, die Grundlage entzogen wird. Dabei lassen sich drei Erosionsformen unterscheiden: 1) Verlust von Erfahrungsmöglichkeiten als Folge der Abnahme von Gelegenheiten, bei denen steuernd in den Produktionsprozeß einzugreifen ist. 2) "Entsinnlichung" der Tätigkeit als Folge der durch technische Medien bedingten abnehmenden Möglichkeiten, noch "Gefühl" und "Gespür" für Prozeßabläufe und Systemzustände zu gewinnen. 3) Verfall von Wissen und Können als Folge mangelnder Übung, z.B. bei Leitstandstätigkeiten als Folge weitgehender Automatisierung. Technikorientierte Gestaltungsansätze, die das Erfahrungswissen ausblenden und den Verlust der "persönlichen Sinne" nach sich ziehen, schränken die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter und die Voraussetzungen für die Steuerungsfähigkeit von Arbeitsvollzügen massiv ein und lassen u.U. Qualitäts-, Zeit-, Flexibilitäts- und Kostenziele nur schwerlich erreichen.

Literatur

Lutz, B. & Moldaschl, M. (1989). Expertensysteme und industrielle Facharbeit. Frankfurt: Campus.


 
     
 
 
 
     
 
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