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Semiotik

 
     
 
in ihrer allgemeinsten Definition die Wissenschaft von den Zeichen, wobei zwischen einer allgemeinen, zeichentheoretisch orientierten Semiotik (insbes. nach Peirce und Morris) und einer linguistisch-strukturalistischen Richtung (insbes. nach de Saussure) unterschieden wird. Als Begründer der modernen, allgemeinen Semiotik gilt Charles Sanders Peirce (1839–1914). Peirce geht von der These aus, daß alles Denken notwendigerweise in Zeichen erfolgt. Zeichen stehen aber nicht für materielle oder auch imaginäre Objekte an und für sich, sondern entstehen erst im Zuge eines Interpretationsprozesses. Es ergibt sich daher eine triadische Zeichenrelation, die Zeichen, Objekt und Interpretant umfaßt. Unter Interpretant (bzw. der Bedeutung eines Zeichens) wird die Wirkung des Zeichens im Bewußtsein eines Interpreten verstanden. Auf einer höheren Stufe erweist sich der Interpretant selbst wiederum als Zeichen mit einem weiteren Interpretanten, woraus ein potentiell “ad infinitum" fortgesetzter, semiotischer (Denk- und Interpretations-) Prozeß entsteht.

Wichtige Vertreter neuerer Ansätze der Semiotik sind die Poststrukturalisten Derrida und Kristeva, die seit den 60er Jahren unter Einbezug der Ideen von Hegel, Marx, Freud und Lacan Prozesse der textuellen Sinnproduktion untersuchen, und Umberto Eco, der in den 70er Jahren die Semiotik zu einer allgemeinen Kulturwissenschaft weiterentwickelt hat. Seine Hauptthese ist, daß Kultur als Kommunikation untersucht werden muß und daß sie unter dieser Prämisse vollständig unter semiotischen Gesichtspunkten untersucht werden kann. Die von ihm präsentierten Analysebeispiele beziehen sich u.a. auf Film, Werbung und Architektur.

Literatur

Nöth, W. (1999). Handbuch der Semiotik (2. neubearb. Aufl.). Stuttgart: Metzler.


 
     
 
 
     
 
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