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Soziometrie

 
     
   
Methode zur Erfassung von Gruppenstrukturen, die von Moreno (1934) entwickelt wurde. Dabei geht es vor allem um die Erfassung sozio-emotionaler Beziehungen zwischen den Gruppenmitgliedern, z.B. Sympathie und Ablehnung (Gruppendynamik). Zur soziometrischen Befragung werden alle Gruppenmitglieder gebeten, eine begrenzte oder unbegrenzte Anzahl von Personen zu benennen, mit denen sie am liebsten zusammenarbeiten, ein Büro teilen, die Freizeit verbringen, eine Reise unternehmen etc. In manchen Anwendungen, etwa bei kleineren Gruppen, werden die Befragten gebeten, alle Gruppenmitglieder aufzulisten und für jedes Gruppenmitglied auf einer Likert Skala Einschätzungen vorzunehmen, beispielsweise wie gerne bzw. wie häufig oder intensiv würden sie mit der betreffenden Person zusammenarbeiten etc. Soziometrische Daten können ebenfalls durch Beobachtungen der Gruppeninteraktion (z. B. Häufigkeit der Kommunikation zwischen den Gruppenmitgliedern) gewonnen werden. Soziometrische Verfahren sind auch für die Erhebung anderer Beziehungsstrukturen, etwa die Machtstruktur oder die Kommunikationsstruktur in Gruppen, einsetzbar.

Soziometrisch erhobene Gruppenstrukturen lassen sich grafisch und anhand von Matrizen darstellen (siehe Abbildung). Zur Charakterisierung und für das Vergleichen des soziometrischen Status einzelner Gruppenmitglieder sowie verschiedener Gruppenstrukturen lassen sich spezifische Kennwerte berechnen. Beispielsweise ist der Sympathiestatus definiert als Anzahl der Gruppenmitglieder, die eine Person (beispielsweise als Reisepartner) wählen, geteilt durch N - 1 (d.i. die Anzahl der Gruppenmitglieder minus 1, da keine Selbstwahl zugelassen ist). Danach erhält Person A im oberen Beispiel der Abb. (mit 5/(6-1) = 1.00) einen höheren Status als Person B (mit 1/(6-1) = 0.20). Als soziometrisches Maß der Gruppenstruktur läßt sich beispielsweise die Kohäsionskraft "interpersonale Attraktivität" bestimmen. Sie ist definiert als die Anzahl gegenseitiger Sympathiebeziehungen (Wahlen) von Mitgliedern geteilt durch N (N-1)/2 (d.i. die maximale Anzahl gegenseitiger Wahlen bei Gruppen mit N Mitgliedern). Danach ist die Gruppenkohäsion im oberen Beispiel (mit 1 /((6 * 5) /2) = 0.07) wesentlich geringer als im unteren Beispiel (mit 15 / ((6 * 5) /2) = 1.00).
 
     
 
 
 
     
 
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