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Videokonsultation

 
     
   
planvolle und systematische Nutzung von Videointeraktionsanalysen in Beratungs- oder Therapieprozessen. Videokonsultationen wurden zuerst Mitte der siebziger Jahre des 20. Jh. in dem von Maria Aarts und Harrie Biemans entwickelten Video Home Training bekannt, das im in den Niederlanden verbreiteten Orionprojekt eine organisatorische Form fand, die ursprünglich das Ziel verfolgte, Heimkindern eine Rückführung in ihre Familien zu ermöglichen. Diese zunächst psychoedukativ ausgerichtete Form der Videokonsultationen wurde von Aarts zu einem in vielerlei Arbeitskontexten nutzbaren therapeutischen Werkzeug weiterentwickelt, zuerst im holländisch-angelsächsischen und skandinavischen Raum und inzwischen auch in ganz Europa unter dem Begriff Marte Meo (= aus eigener Kraft) bekannt. Marte Meo ist ein kunden- und ressourcenorientertes Arbeitsmodell von Videokonsultationen. In diesem Modell werden als problematisch empfundene Interaktionssequenzen z.B. zwischen Eltern und Kindern in einem Video dokumentiert. Nach einer Videointeraktionsanalyse wählt der Berater/Therapeut Videosequenzen aus, die das Problem bildhaft-szenisch konkretisieren. Ebenso werden Sequenzen ausgewählt, die entwicklungsfördernde Kommunikations- und Interaktionsmomente illustrieren. In einer sog. Reviewsitzung mit den Betroffenen werden die Videosequenzen präsentiert und besprochen, so daß die Kunden ihr eigenes Verhalten als ein positives Modell zum Ausgangspunkt konkreter und gezielter Veränderungen nehmen können. Follow-up Videos illustrieren die nachfolgenden Effekte und Veränderungen in den Interaktionen und führen u.U. zur Bearbeitung weiterer Entwicklungsthemen. Methodisch integriert das Marte Meo Arbeitsmodell systemische, lösungsorientierte sowie verhaltenstherapeutische Konzepte mit entwicklungstheoretischem Know-How (expliziter Bezug zur Säuglingsforschung nach D. Stern). Die Anwendungsgebiete dieses Vorgehens umfassen alle Formen planvoll gezielter Entwicklungsförderung und erstrecken sich daher von der Frühförderung und Entwicklungs- bzw. Erziehungsberatung und verwandten Arbeitsfeldern bis z.B. zur Gerontopsychiatrie und Behindertenpädagogik.

Literatur

Hawellek, Ch. (1995). Das Mikroskop des Therapeuten. Zu den Möglichkeiten der Videokonsultation bei Eltern-Kind-Problemen. Systhema 9 (1), pp.6-28.


 
     
 
 
 
     
 
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