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Augustinus

 
     
   
Augustinus, Aurelius, 354-430, befaßte sich mit zahlreichen psychologischen Themen, etwa der kindlichen Motivation, Sprachentwicklung, Gedächtnis, Trauer und Träumen. Stark durch seine eigene Kindheit beeinflußt stellte er den asozial-neidischen, auf eigenen Gewinn gerichteten, fast brutalen Charakter von Kindern heraus. Das kindliche Lernen werde einerseits durch Neugier und Wissensbegierde, andererseits durch die Angst vor Bestrafung bestimmt. Auch seine sensible Darstellung langanhaltender Trauer und ihrer Folgen in Verbindung mit religiösen Problemen bzw. Todesangst entspringt eigenen Erfahrungen. Er betonte ferner, das Abstellen von Gewohnheiten könne durch externen Tadel erleichtert werden. Seine detaillierten Ausführungen zu Gedächtnisprozessen lassen ebenso Platz für eine Unterscheidung zwischen Wiedererkennung und Abruf wie für ein sensorisches und ein affektives Gedächtnis. Im sensorischen Gedächtnis würden Dinge nicht an sich, sondern nur in Form ihrer bildlichen Repräsentationen erkannt. Er äußerte sich zudem zu der Möglichkeit, in einem momentan traurigen Zustand dennoch frühere freudige Erlebnisse erinnern zu können. Tagsüber nicht oder nur schwer zugängliche Gedächtnisinhalte könnten nachts in Form von - u.a. verbotenen - Träumen auftreten, so daß Augustinus Träume als Hinweis auf die Existenz des Gedächtnisses wertete. In seinen psychologischen Ansätzen spiegelt sich eine starke theozentrische Sicht des Menschen wieder: Menschen bewegen sich im Spannungsfeld zwischen ihrer irdisch-vergänglichen, korrupten Existenz und einer auf Gott gerichteten, unvergänglichen Hoffnung. Daher vertrat Augustinus die Trennung von Seele und Körper, eine streng hierarchische Ordnung der Welt und die Stärke bzw. Freiheit des menschlichen Willens.
 
     
 
 
 
     
 
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