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Deszendenztheorie

 
     
   
Abstammungslehre; von Ch. Darwin (daher auch «Darwinismus» genannt) vertretene Theorie der Entwicklung der verschiedenen Tierarten durch die Auslese der besser angepaßten und darum eher zur Fortpflanzung gelangenden Tiere im «Kampf ums Dasein». Die Deszendenztheorie hatte großen Einfluß auf die Psychologie, weil sie ein Modell dafür bot, die schrittweise Vervollkommnung der Verhaltenssteuerung von niederen Tieren, höheren Tieren und dem Menschen zu erklären. Darwin selbst hat in einer Arbeit über den Ausdruck von Gemütsbewegungen bei Tier und Mensch die vergleichende Verhaltensforschung (Ethologie) begründet. Er konnte zeigen, wie mächtig das biologische Erbe im menschlichen Verhalten ist; in diesem Punkt hat S. Freud die Gedanken Darwins aufgegriffen und weiterentwik-kelt. Gerade die Betrachtung der speziellen - da kulturgeprägten - Form der menschlichen Evolution zeigt neben den Gemeinsamkeiten auch die wichtigen Unterschiede zwischen den Arten des Tierreichs und Homo sapiens. Die Grundgedanken der Deszendenztheorie werden in der heutigen Biologie und Psychologie weithin akzeptiert, doch besteht oft keine Einigkeit darüber, unter welchen Gesichtspunkten Vergleiche zwischen Tier und Mensch angebracht sind. Im Gegensatz zu den Analogien von K. Lorenz (der etwa von der «sicher instinktiven» Reaktion des menschlichen Sich-Verliebens spricht), fordern Psychologen und Verhaltensforscher heute meist, Ergebnisse der Ethologie nur als Arbeitshypothesen anzuerkennen, die nicht auf den Menschen übertragen, sondern an ihm erneut bewiesen werden müssen.
 
     
 
 
 
     
 
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