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Encounter-Gruppen

 
     
   
Encounter heißt im Englischen Begegnung, intensiver menschlicher Kontakt. In den aus den Sensitivitätstrainings entwickelten Encounters, die oft als Marathon-Gruppen durchgeführt werden, sollen durch bestimmte Gruppenübungen, Gestalttherapie und Psychodrama, neue Gefühlsmöglichkeiten erprobt werden, um den Teilnehmern statt der entfremdeten, auf Abstand bedachten gesellschaftlichen Formen neue Möglichkeiten einer menschlichen Beziehung zu bieten. Die Encounter-Gruppen sind in manchen amerikanischen Staaten (Kalifornien) fast eine neue Religion geworden. Sie haben einerseits gesellschaftliche Strömungen mitgeprägt, die eine zunehmend esoterische Richtung einschlugen (new age). Andererseits wurden in den achtziger Jahren viele Elemente der ursprünglichen «Gegenkultur» der Sechziger, zum Beispiel als Fortbildungsinhalte oder Training für Führungskräfte, in die Industriegesellschaft eingegliedert. Die Gefahr dieser Gruppenarbeit liegt darin, daß neben den im Grunde überflüssigen, hinderlichen Masken gesellschaftlicher Höflichkeit, die in diesen Gruppen abgenommen werden, manchmal auch für das seelische Gleichgewicht notwendige Abwehrmechanismen allzu jäh zerstört werden. Es scheint von den Eigenschaften des Leiters abzuhängen, ob die günstigen oder ungünstigen Folgen eines Encounter überwiegen. Er sollte eine gründliche psychologische Ausbildung haben, selbstkritisch vorgehen und sich nicht auf sein Charisma verlassen.
 
     
 
 
 
     
 
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