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Fröbel

 
     
   
Friedrich, 1782-1852, Erzieher und Begründer des Kindergartens, leistete einen der wesentlichen Beiträge zur Erziehungswissenschaft des 19.Jahrhunderts. Nach einigen Jahren Studium an den Universitäten von Jena, Göttingen und Berlin versuchte er sich zunächst in verschiedenen Berufen wie der Forstwirtschaft, Landvermessung und Architektur, bevor er den Lehrberuf ergriff. Er wurde Dozent an der Frankfurter Modellschule in Frankfurt/Main und studierte und arbeitete von 1806 bis 1810 bei dem Schweizer Erziehungsreformer Johann Heinrich Pestalozzi in Yverdon (Schweiz). Im Jahr 1816 gründete Fröbel in Griesheim eine Schule, die Allgemeine Deutsche Erziehungsanstalt, und verlegte diese 1817 nach Keilhau bei Rudolfstadt. Hier entwickelte Fröbel Erziehungsmodelle für Kinder im Vorschulalter von drei bis sieben Jahren. Diese Entwürfe führten 1837 zur Gründung der ersten Einrichtung in Blankenburg (Thüringen), die ausschließlich der Erziehung dieser Kinder gewidmet war. Er gab der Schule den Namen Kindergarten. Fröbel hatte erkannt, dass die Entwicklung des Kindes stufenweise erfolgt und wollte diese Entwicklung durch entsprechende Spiel- und Arbeitsmaterialien fördern. Seine fortschrittlichen Ideen zur Förderung der natürlichen Entwicklung des Kindes durch Bewegung und Spiel wurden von der Öffentlichkeit zunächst nur zögernd angenommen und führte für ihn zu finanziellen Nöten. Da er verdächtigt wurde, die radikalen politischen und sozialen Ansichten seines Züricher Neffen, Professor Julius Fröbel, zu teilen, verbot die preußische Regierung 1851 alle Kindergärten in Preußen. Von 1850 bis zu seinem Tod lebte und arbeitete Fröbel in Marienthal. Aufgrund der Bemühungen seiner Schüler, insbesondere der Baronin von Marenholtz-Bülow, wurden ab 1850 Kindergärten in ganz Westeuropa und den Vereinigten Staaten gegründet, und nach der Aufhebung des Verbots 1860 auch wieder in Deutschland. Seine Kindergartenidee hat sich auf der ganzen Welt verbreitet, und Fröbels Schulen existieren immer noch. Fröbels wohl wichtigste Schrift ist Die Menschenerziehung (1826).


 
     
 
 
 
     
 
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