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Greifen

 
     
   
, wird durch die Gegenüberstellung von Daumen und Fingern ermöglicht; beim präzisen Greifen werden in der Regel nur Daumen und Zeigefinger genutzt. Wenn wir auf diese Weise ein Objekt ergreifen, um es anzuheben, wird die Greifkraft ebenso in antizipatorischer Weise angepaßt wie die für das Heben des Objektes benötigte Kraft. Für die Anpassung der Greifkraft, die etwas größer ist als minimal erforderlich, spielen auch die Oberflächeneigenschaften des Objektes eine Rolle (z.B. rauh oder glatt). Eine fälschlich zu klein voreingestellte Greifkraft kann sehr schnell korrigiert werden, wenn sich die Objektoberfläche relativ zu den Fingerkuppen bewegt. Beim Ergreifen eines Objektes wird zwischen zwei Komponenten der Bewegung unterschieden, der Transportkomponente und der Greifkomponente. Die Transportkomponente ist die Bewegung der Hand zur Position des zu ergreifenden Objektes. Sie wird durch die egozentrische Lokalisation des Objektes bestimmt. Die Greifkomponente ist die Bewegung von Daumen und Zeigefinger relativ zueinander, gemessen als die Fingeröffnung. Sie wird durch Merkmale des zu ergreifenden Objektes bestimmt, insbesondere seiner Größe. Typischerweise werden die Finger auf dem Weg zum Objekt geöffnet und erreichen gegen Ende der Transportkomponente eine maximal weite Öffnung, die dann bei der endgültigen Annäherung an das Objekt wieder verringert wird. Die Größe der antizipatorischen Fingeröffnung steigt linear, aber unterproportional, mit der Objektgröße an: der "Überschuß" der antizipatorischen Fingeröffnung ist also bei kleinen Objekten größer als bei großen. Obwohl Transport- und Greifkomponente prinzipiell durch unterschiedliche Arten visueller Information bestimmt werden, weisen sie - außer einer zeitlichen Anpassung - weitere Abhängigkeiten auf. Insbesondere wird bei schnelleren Bewegungen zum Objekt die antizipatorische Fingeröffnung größer, so daß die bei höherer Geschwindigkeit sinkende Genauigkeit der Transportkomponente kompensiert wird (Psychomotorik).

Literatur

Jeannerod, M. (1981). Intersegmental coordination during reaching at natural visual objects. In J. Long & A. Baddeley (Eds.), Attention and performance IX. (S. 153-169) Hillsdale, N.J.: Erlbaum.






 
     
 
 
 
     
 
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