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Kodierung duale

 
     
   
ein feststehender Begriff innerhalb der Gedächtnisforschung, dessen Bedeutung auf Annahmen der dualen Kodierungstheorie von A. Paivio basiert. Diese Theorie nimmt an, daß die Gedächtnisrepräsentation von Wort- bzw. Objektinformation auf getrennten verbalen und imaginalen Kodierungssystemen beruht. Verbale Kodes("logogens") sind nach Paivio wortähnliche Gedächtnisentitäten mit definierten visuellen und phonologischen Eigenschaften; sie können aus dargebotener Wortinformation, aber auch aus internen Benennungen von sensorisch aufgenommener Objektinformation hervorgehen. Imaginale Kodes ("imagens") sind dagegen modalitätsspezifische Gedächtnisentitäten, die auf perzeptueller oder sensomotorischer Information beruhen; sie können aus dargebotener nicht-verbaler Objektinformation, aber auch aus intern generierten Vorstellungen von verbal aufgenommener Information hervorgehen.

Zentrale Annahme der dualen Kodierungstheorie ist, daß die beiden Kodierungssysteme trotz grundlegender Unterschiede ihres internen Aufbaus und ihrer Funktionsweise in informationellem Austausch miteinander stehen. Die duale Kodierungsannahme hilft beispielsweise erklären, warum konkretes Material (z. B. bildhafte Wörter wie Ofenrohr) in der Regel besser erinnert werden kann als abstraktes Material (z. B. Wörter wie Offenheit). Nach Annahme der Theorie hat konkretes Material eine größere Wahrscheinlichkeit, in Form von unabhängigen Kodes in beiden Systemen repräsentiert zu sein, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Gedächtnisabrufs im Vergleich zu abstraktem Material erhöht ist. Konzeptionell wird die duale Kodierungsannahme insbesondere von zwei Seiten in Frage gestellt: einerseits durch unitaristische Kodierungsannahmen, wie sie etwa im Rahmen von propositionalen Repräsentationstheorien vorgeschlagen werden, andererseits durch modalitätsunabhängige (amodale) Kodierungsannahmen, wie sie im Zusammenhang mit mentalen Modellen oder auch im Rahmen von multimodalen Gedächtnistheorien (Gedächtnis) diskutiert werden.

Literatur

Paivio, A. (1986). Mental representations: A dual-coding approach. New York: Oxford University Press.


 
     
 
 
 
     
 
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