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Multiple Familientherapie

 
     
   
integriert Komponenten der System-, Familien- und Gruppentherapie. Es werden drei bis fünf Familien gleichzeitig therapiert. Im therapeutischen Prozeß können sich Untergruppen, z.B. aus Vätern, Müttern, Kindern oder "Zornigen", "Schweigenden" u.a. bilden, die sich bestimmten Themen widmen. Ein Vorteil dieser Therapie ist die Objektivität: Familien können die Dynamik fremder familiärer Prozesse objektiver beurteilen als ihre eigenen. Durch eigene Betroffenheit können sie sich gegenseitig gut unterstützen und voneinander lernen (Modellernen). Auch der Wettbewerb der Familien untereinander: "Welche Familie löst ihre Konflikte am effektivsten?" trägt zum Erfolg bei. Besonders vorbildlich agierende Familienmitglieder wechseln dann auch in die Rolle eines Kotherapeuten. Der Therapeut selbst stößt die Interaktion zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern gezielt an. Seine Rolle ist anfangs die eines Motivators, bis sich die Gruppen auf die therapeutische Situation einlassen. Dann greift er spontan in bestehende Konstellationen ein und setzt Techniken ein, die das Interesse und die Aktivität der Gruppenmitglieder wachhalten (z.B. Behind-the-back-Technik). Die Therapie durchläuft mehrere Sitzungen. Die erste dient dazu, die Emotionen jedes Familienmitgliedes in Erfahrung zu bringen, die zweite zum Erarbeiten eines gemeinsamen Themas. In der dritten Sitzung werden Übungen zum Anstoßen des therapeutischen Prozesses angewendet, der in der nächsten Stufe intensiviert werden und in einer weiteren abgeschlossen werden soll. Die letzte Stufe dient der positiven Auflösung und Verabschiedung der Gruppe. Die klinische Anwendbarkeit der Therapie ist breit, sie schließt nur Psychosen und extrem unsichere Personentypen aus. Diese Therapieform eignet sich auch gut zur Ausbildung von Therapeuten.

Literatur

Raasoch, J.W. (1983). Multiple Familientherapie. In R.J. Corsini (Hrsg.), Handbuch der Psychotherapie. Weinheim: Beltz.


 
     
 
 
 
     
 
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