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nomologische Psychologie

 
     
   
auf die Prüfung von Gesetzesaussagen ausgerichtete Psychologie; Grundlagenforschung mit Hilfe des psychologischen Experiments. Bei Anwendung so gewonnener psychologischer Theorien auf die Praxis stößt man auf eine Reihe nicht-psychologischer Feldbedingungen, die das Explanandum entscheidend beeinflussen: Das Feld umfaßt ein Ensemble von Bedingungen und besteht nicht nur aus kontrollierten und systematisch variierbaren Variablen, sondern aus einer kaum überschaubaren Zahl von Randbedingungen, deren Einflüsse auf die jeweiligen abhängigen Variablen zunächst nicht bekannt sind. Außerdem stellt sich die Frage, ob nicht die Kontamination solcher Variablen wiederum in multipler Wechselwirkung gesetzesartigen Einfluß hat. Die nomologische Psychologie kann jedenfalls der Komplexität und multiplen Ursachen-Wirkungszusammenhängen der Alltagsrealität nur schwer gerecht werden (Komplexitätsargument). Außerdem: Die nomologischen Psychologie entwirft auch "geschichtslose" Theorien, die der Einzigartigkeit des Menschen kaum gerecht werden können (Idiosynkrasieargument; Historische Psychologie). Psychologische Grundlagentheorien sind daher nur als Rahmentheorien zu verstehen, aus denen sich Heuristiken für Regeln gewinnen lassen, die sich für die Gestaltung von praktischen Maßnahmen als nützlich erweisen können (deduktiv-nomologische Erklärung, wissenschaftliche Erklärung).


 
     
 
 
 
     
 
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