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Pflicht

 
     
   
ist zunächst das, was die anderen von uns fordern, sei es als Leistung, sei es als Verzicht. Aus einem Geflecht solcher Forderungen entsteht die Ethik, die in einer bestimmten Kultur und Gesellschaft für alle verbindlich sein soll. Sie wird zugleich als unwandelbar vorgestellt, ja als von Gott selbst festgelegt erklärt. Tatsächlich können sich die Pflichten je nach den Umständen wandeln, wie das etwa in einem Kriege geschieht, der den Mord freigibt und sogar befiehlt. Auch sind die Pflichten innerhalb einer Gesellschaft ungleichmäßig verteilt. Manchmal entsprechen besondere Pflichten auch besonderen Rechten. Aber es gibt Schichten, die beinahe nur noch ihre Rechte kennen, und andere, die beinahe nur Bürden zu tragen haben. Dennoch pflanzt die Erziehung den meisten Menschen ein Pflichtgefühl ein. Das eigene Gewissen oder Über-Ich wacht dann über der Erfüllung der gelehrten Forderungen. So wird die Pflichterfüllung zu etwas, das wir uns selbst schuldig sind. Der Maßstab, nach dem wir uns richten, wird freilich oft nicht mit dem übereinstimmen, den die Umwelt anlegt. Wir können in Konflikt geraten zwischen dem, was man um uns her für richtig hält, und den Wertmaßstäben, die wir nach anderen Vorbildern verinnerlicht haben. Und manchmal spüren wir, daß wir uns um der Erhaltung unserer Lust am Leben willen von Pflichten zeitweise befreien müssen. Auch der Genuß hat ein Recht.
 
     
 
 
 
     
 
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