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Sensation

 
     
   
eigentlich: Gefühlserregung, Wahrnehmung; im täglichen Sprachgebrauch beinahe immer: ein aufsehenerregendes Ereignis. Die Wirkung politischer Überraschungen, von Natur und Zivilisationska tastrophen, der Enthüllung privater Peinlichkeiten im Leben berühmter Persönlichkeiten wird heute durch die schnelle und intensive Verbreitung in den Massenmedien unerhört vergrößert. Der Eindruck, daß gewisse Ereignisse, etwa Verbrechen, jetzt viel häufiger seien als in früheren Zeiten, geht mindestens zum Teil darauf zurück, daß wir mehr davon erfahren. Oft werden relativ unwichtige Vorgänge, die irgendwie die Gefühle stark erregen, öffentlich stärker betont als die eigentlich wichtigen Entwicklungen, die sich nicht so bildhaft darstellen lassen. Manchmal werden fast banale Ereignisse zu Sensationen hochgespielt. Ein Teil des modernen Unterhaltungswesens (Unterhaltungsromane, Film, Fernsehen) lebt von der Darbietung erfundener Sensationen. Diese gleichsam vorprogrammierten Erregungen lenken von der Mühsal des Alltags ab, der in der modernen Zivilisation so eingeengt und gleichförmig ist, daß es in ihm an starken Gefühlserlebnissen fehlt. Auch betreffen die allgemeinen Sensationen den Einzelnen nicht so unmittelbar wie die Probleme in seiner nächsten Umwelt; sie erlauben also eine flüchtige und fast folgenlose Erregung. Zudem kann man die Anteilnahme an ihnen mit unzähligen anderen teilen; die Sensation erzeugt einen zeitweisen Konsensus der Gefühle und stärkt so den Bezug zur Gemeinschaft.
 
     
 
 
 
     
 
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