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Progressive Muskelentspannung

 
     
   
das am häufigsten angewendete und am umfassendsten erforschte Entspannungsverfahren, das besonders häufig im Kontext der Verhaltenstherapie eingesetzt wird. Die Effektivität des Vorgehens ist für eine Vielzahl von Störungsbildern gut belegt, wie Angststörungen (Angst), verschiedene Schmerzkrankheiten (Schmerz), die essentielle Hypertonie und Schlafstörungen. Die Progressive Muskelentspannung wurde von dem amerikanischen Physiologen E. Jacobson 1929 erstmals beschrieben (aus diesem Grund spricht man auch häufig vom sogenannten Jacobson-Training). Die Grundidee von Jacobson ist verblüffend einfach: Er sah “Ruhe” als allgemeines Heilmittel an, wobei er davon ausging, daß sich ein solcher Zustand am deutlichsten und zuverlässigsten in einer Reduktion des neuromuskulären Tonus sichtbar wird. Jacobson geht davon aus, daß durch die willentliche, kontinuierliche Reduktion einzelner Muskelgruppen des Bewegungsapparates Entspannung einstellt. Hierzu sollen schrittweise einzelne Muskelgruppen für eine Dauer von ein bis zwei Minuten angespannt werden. In dieser Phase soll der Übende sich auf die entsprechenden Empfindungen konzentrieren und dann versuchen, die gerade angespannten Muskelgruppen für die Dauer von drei bis vier Minuten maximal zu entspannen. Dieser Kontrast der muskulären Spannungs- und Entspannungszustände ist zentral.

Durch die Progressive Muskelentspannung kommt es zu einer allgemeinen Ruhigstellung. Das Verfahren verzichtet dabei völlig auf suggestive Elemente und besitzt den Vorteil, daß es im Vergleich zu kognitiv ausgerichteten Verfahren (z. B. dem Autogenen Training) leicht erlernt werden kann. Die Übenden spüren bei diesem Verfahren von Anfang an einen Entspannungseffekt, der schrittweise intensiver ausfällt. Die große Popularität des Verfahrens resultiert auch aus seiner weiten klinischen Anwendbarkeit. Das Verfahren wurde auch durch die systematische Desensibilisierung im Rahmen der verhaltenstherapeutischen Angstbehandlung bekannt. Die Progressive Muskelentspannung wurde in dem Kontext seit Ende der 50er Jahre mit großem Erfolg angewandt.

Literatur

Vaitl, D. & Petermann, F. (Hrsg.). (1993). Handbuch der Entspannungsverfahren, Band 1. Weinheim: Psychologie Verlags Union.


 
     
 
 
 
     
 
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