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Verhaltenstherapie

 
     
   
Im Gegensatz zur Psychotherapie gilt in dieser aus dem Behaviorismus entwickelten Form der Behandlung von Neurosen das Symptom nicht als Ausdruck eines unbewußten seelischen Konflikts oder als Folge von Verdrängung, sondern als ungünstiges Verhalten, das nach den Grundsätzen des Konditionierens (bedingter Reflex) erworben wurde. Man geht dabei von Tierversuchen aus, in denen zum Beispiel Katzen dadurch eine heftige, «neurotisch» wirkende Angstreaktion erwerben, daß man sie schmerzhaften elektrischen Schlägen aussetzt. Solche Tiere bleiben besonders schreckhaft; im Gegensatz zu anderen erlernten Verhaltensweisen werden diese Angstreaktionen und das Vermeidungsverhalten (die Tiere sind unfähig, in einem Käfig zu fressen, der dem gleicht, in dem sie den Schock erhielten) nicht allmählich geringer. Sie werden nicht gelöscht oder «vergessen», ähnlich wie ein Neurosekranker auch dann nicht die Platzangst verliert, wenn er genau weiß, daß es ungefährlich ist, den Platz zu überqueren. In der wichtigsten Technik der Verhaltenstherapie, der «systematischen Desensitivierungs», wird nun der Katze in so großer Entfernung von dem angsteinflößenden Käfig Futter angeboten, daß sie gerade noch frißt. Das Fressen mildert die leichte Angst so, daß es schrittweise möglich ist, das Tier immer näher zum Käfig zu bringen, ohne daß es Angst entwickelt. Endlich scheut es den Käfig nicht mehr. Ähnlich werden Menschen mit Angstreaktionen angewiesen, eine Methode der Entspannung zu erlernen und sich dann schrittweise erst kleinere und später immer ausgeprägtere Angstsituationen vorzustellen (oder auch diese wirklich aufzusuchen). Auf diese Weise kann die *? Angst vermindert werden. Ein anderes Vorgehen ist die •* Aversionstherapic; hier werden unerwünschte Verhaltensweisen (wie das Trinken bei Alkoholikern) durch schmerzhafte elektrische Schläge bestraft. Ein umgekehrter Ansatz ist die Verhaltensformung; dabei sucht man erwünschte Verhaltensweisen schrittweise durch Belohnung aufzubauen. Wegen des engbegrenzten Ansatzes in der Erklärung und Behandlung seelischer Störungen (die Verhaltenstherapie stützt sich fast ausschließlich auf die Grundlagen des Konditionierens) ist die Verhaltenstherapie vor allem bei klar abgrenzbaren, nicht zu lange bestehenden Verhaltensstörungen wirksam. In ihrer praktischen Anwendung werden häufig die Gesichtspunkte der Psychotherapie und der Gesprächspsychotherapie hinzugezogen. Gegenwärtig wird die lerntheoretische Verhaltenstherapie vielfach zu einer kognitiven Verhaltenstherapie weiterentwickelt, die traditionell psychotherapeutische Vorstellungen neu formuliert und einbezieht.
 
     
 
 
 
     
 
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